Schüler und Lehrer der Robert-Koch-Realschule sitzen seit Montag auf dem Trockenen. Foto: dpa

Das Trinkwasser an der Robert-Koch-Realschule in Stuttgart-Vaihingen ist verunreinigt, die Eltern sind verunsichert. Die Stadt arbeitet daran, das Problem zu beheben.

Vaihingen - Vor einer Woche hat ein Elternbrief die Mütter und Väter der Kinder an der Robert-Koch-Realschule (RKR) erreicht. „Ab sofort ist, bis auf Widerruf, der Verzehr des Leitungswassers untersagt. Dieses darf nicht getrunken werden. Händewaschen ist aber weiterhin unbedenklich“, war darin zu lesen.

Bei Routineuntersuchungen hatte die Stadt an zwei Wasseranschlüssen im Gebäude festgestellt, dass einzelne Grenzwerte der Trinkwasserverordnung überschritten waren. Vor allem sei in dem Wasser zu viel Blei enthalten, heißt es in einer Stellungnahme der Verwaltung.

Die Stadt hat bereits auf das Problem reagiert

Doch was wird gegen die Verunreinigung getan? Als erste Maßnahme ließ die Stadt alle Wasserleitungen regelmäßig spülen und auf Schäden überprüfen. Außerdem habe die Schule die Möglichkeit, auf Kosten der Stadt Mineralwasser zu kaufen, sodass den Schülern nach wie vor Trinkwasser zu Verfügung stehe, heißt es in der Stellungnahme. Das war anfangs für die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende Rosi Brundelius nicht genug: „Es liegt ganz klar auf der Hand, dass das Schulgebäude seit Jahren saniert gehört. Die kaputten Rohre sind nur ein weiteres Indiz dafür.“

Laut der Elternbeirätin sei es kein Zustand, dass die Kinder sowieso schon unter schlechten Umständen lernen müssen und dann auch noch das Trinkwasser fehle. Bereits am vergangenen Dienstag hatte die Schule Wasserflaschen besorgt, welche nun in den Pausen von den Schülersprechern verteilt werden. „Im Prinzip ja eine gute Idee, aber ich finde, es ist sehr viel Aufwand, dass irgendein Lehrer irgendwelche Schüler beim Flaschenverteilen beaufsichtigen muss.“ Außerdem könnten sich die Schüler so nur vormittags etwas zu trinken besorgen, das sei aber zu wenig, sagt Brundelius.

Gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternvertretung

Mittlerweile haben sich die Eltern beruhigt. Grund dafür: am Donnerstag war ein Vertreter der Verwaltung vor Ort, der einige Maßnahmen eingeleitet habe. Laut Rosi Brundelius sei zum einen eine externe Firma beauftragt worden, die Rohre zu beurteilen und womöglich zu reparieren. Außerdem sollen die Rohre weiterhin durchgespült werden, um Schwebstoffe zu lösen. Parallel dazu würden die Rohre mit einer gesundheitlich unbedenklichen Versiegelung belegt, damit sich nicht weitere Schadstoffe ablösen.

Ein Sprecher der Stadt Stuttgart bestätigt diese Maßnahmen. Er ergänzt aber auch, dass derzeit unklar sei, wie lang das Problem anhalten werde.

Mit den Fortschritten ist die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende mehr als zufrieden: „Am Ende der Woche kann man sagen, dass viele gute Lösungen gefunden wurden.“ Sie sei sehr froh und weißt auf die gute Zusammenarbeit zwischen der Schulleitung und der Elternvertretung hin.

Der Mensa-Chef hat den Speiseplan geändert

Auch in der Mensa und im Kernfach AES (Alltagskultur, Ernährung und Soziales) ist das fehlende Trinkwasser ein Problem, denn dort wird es zum Kochen dringend gebraucht. „Sollen die Schüler ab sofort zig Wasserkanister vom Hegel-Gymnasium rüber tragen? Das ist kein Zustand“, sagt Brundelius entrüstet und fügt noch einmal an: „Ich hoffe, dass mit diesem Problem das Thema Neubau angekurbelt wird, auf den wir schon sechs Jahre lang warten.“

Die Mensa hat mittlerweile eine Übergangslösung gefunden. „Wir haben für nächste Woche destilliertes Wasser bestellt. Das bekommen wir in Kanistern geliefert und damit können wir kochen“, sagt Michael Schmitt. Er ist der Inhaber des Mensabetreibers Gastro Schmitt. Außerdem würde das Mensa-Team ein paar Umstellungen im Essensplan vornehmen und seine Einkäufe umstellen. „Dann gibt es eben weniger Nudeln, die man im Wasser kochen muss, sondern mal wieder Kroketten“, sagt Schmitt. Er hoffe aber, dass die Situation nicht allzu lange anhalte.

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