Gefährlich sei es auf einem Pumptrack nicht, sagt der RSV-Vorsitzende Karl-Heinz Liebmann. Dennoch sollten die Radler einen Helm und Schützer tragen. Foto: Archiv Leif Piechowski

Die Stadt saniert den Parcours beim Spielplatz im Wohngebiet Lauchhau-Lauchäcker in Stuttgart-Vaihingen. Der Radsportverein Vaihingen darf bei der Planung und Umsetzung mitreden. Doch wozu brauchen Freizeitsportler und Profis einen sogenannten Pumptrack?

Vaihingen - Seitdem der Radsportverein Vaihingen (RSV) sein neues Haus auf dem Sportgelände Vaihingen-West bezogen hat, hat er in seiner unmittelbaren Nähe einen Pumptrack. Das ist ein künstlich angelegter Rundkurs für Radfahrer mit unterschiedlich großen Erdhügeln und Kurven. Das Ziel ist es, sich in dem Parcours allein durch die Verlagerung des Gewichts fortzubewegen. Die Radfahrer treten also nicht in die Pedale. Den Schwung holen sie sich, indem sie die Kurven und Hügel gezielt ausfahren. Manche Kurse können auch mit Rollschuhen, Rollern oder Skateboards bewältigt werden. Sobald ein Kind das Gleichgewicht halten kann, ist es auch in der Lage, auf einem Pumptrack zu fahren– und sei es auf einem Laufrad.

Sanierung kostet 20 000 Euro

Den Pumptrack in den Lauchäckern ließ die Stadt anlegen, als das neue Wohngebiet aufgesiedelt wurde. Es ist eine Naturstrecke. Der Trail ist beliebt, mittlerweile aber deutlich in die Jahre gekommen. Der RSV setzt sich darum schon seit geraumer Zeit dafür ein, dass der Rundkurs erneuert und nach Möglichkeit asphaltiert wird. Eine so befestigte Strecke ist wetterunabhängiger. Lange blieb dieser Wunsch unerfüllt. Doch dank des erhöhten Budgets des Bezirksbeirats ist nun Bewegung in die Sache gekommen. Die Vaihinger Lokalpolitiker stellen für die Sanierung des Trails 20 000 Euro zur Verfügung.

Das Besondere: die Stadtverwaltung beteiligt den Radsportverein an der Planung und Umsetzung. „Die Strecke wird hergerichtet und erweitert. Der ehemalige Mountainbike-Übungsplatz, der kaum genutzt wird, kommt hinzu“, sagt Karl-Heinz Liebemann. Der RSV-Vorsitzende ergänzt: „Allerdings wird die Strecke nicht asphaltiert. Das ist nicht möglich. Weil es sich bei dem Gelände um eine Ausgleichsfläche für die Neubebauung handelt, darf dort nichts versiegelt werden.“ Der Verein freue sich dennoch riesig. Auch ohne Asphalt sei die Neugestaltung der Strecke mehr als ein Spatz in der Hand.

RSV-Vorsitzender: „Den Kids macht das riesig viel Spaß“

Umgesetzt wird das Projekt von Daniel und Konrad Willar aus Augsburg. Sie haben schon zahlreiche Pumptracks gebaut und saniert und vermieten sogar mobile Strecken. Im Frühjahr modellieren sie den neuen Pumptrack in Plieningen. Liebemann geht davon aus, dass sie dann auch in Vaihingen Hand anlegen werden.

Für den Verein sind die Strecken wichtig. Die Kinder und Jugendlichen lernen dort, dem Gelände angepasst zu fahren und ihr Rad in jeder Situation zu beherrschen. Auch für ältere Radfahrer sei ein Pumptrack gut, um sich beweglich zu halten, sagt Liebemann. Er und seine Mitstreiter im Trainerteam sind mit verschiedenen Gruppen immer mal wieder auf den Trails unterwegs, nicht nur in Vaihingen, sondern zum Beispiel auch auf der asphaltierten Strecke auf dem Fasanenhof. „Den Kids macht das riesig viel Spaß“, sagt Liebemann.

Ist ein Pumptrack gefährlich?

Der RSV hat sich dazu bereit erklärt, die neue Strecke in Vaihingen zu pflegen. Der Rundkurs gehört aber nicht dem Verein, er steht allen offen. „Jeder kann den Pumptrack nutzen, auch Eltern mit ihren Kindern zum Beispiel. Das ist auch nicht gefährlich. Klar gibt es mal einen Sturz, das ist beim Radfahren systemimmanent“, sagt Liebemann. In aller Regel passiere bei solchen Unfällen aber nichts Schlimmes. Wer seinen Nachwuchs dennoch lieber den erfahrenen Trainern in einem Verein anvertrauen will, kann ihn für einen der Anfängerkurse anmelden, die im Frühjahr wieder beginnen.

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