Marianne Probst (Zweite von links) und ihre KAB-Vorstandskollegen: Ulrich Drexler, Erika Witowski, Brigitte Schmitt und Zita Viehöfer. Foto: privat

Marianne Probst lebt seit 25 Jahren in Stuttgart-Fasanenhof. Genauso lang schon ist sie Mitglied in der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) St. Ulrich. Sie erklärt, warum ihr die Organisation wichtig ist.

Fasanenhof - Marianne Probst ist die alte und die neue Vorsitzende der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) St. Ulrich. Seit 25 Jahren lebt sie auf dem Fasanenhof, und genauso lang ist sie Mitglied in der Gruppierung. Pfarrer Walter Elser hatte die KAB 1980 auf dem Fasanenhof begründet. „Damals waren die Leute jung und wollten was bewegen“, sagt Marianne Probst. Zudem habe er sich durchsetzen und überzeugen können. So sei es kein Wunder gewesen, dass die KAB auf dem Fasanenhof bereits im ersten Jahr 90 Mitglieder hatte.

Elser habe die KAB immer als eine „interne Miteinanderbesprechung für soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung“ bezeichnet, erinnert sich Probst. Im offiziellen Programm des KAB Stuttgart steht: „Wir sind eine Gemeinschaft aktiver Christen. Wir stehen im Beruf, in der Familie, in der Gesellschaft. Uns alle verbindet das soziale Engagement.“ Und weiter ist dort zu lesen: „Wir verstehen uns einerseits als Bürger, die engagiert das kirchliche sowie politische Gemeindeleben mitbestimmen. Andererseits ermöglicht es unsere Verbandsstruktur, in wichtigen Fragen, die über den Horizont des eigenen Kirchturms hinausgehen, bundes- und landesweit politische Kraft zu entfalten.“ Der KAB setze sich für eine gerechte Verteilung von Arbeit und Einkommen, für die gleichberechtigte Mitarbeit der Frauen in der Kirche und der Gesellschaft, für Familienfreundlichkeit und die Transparenz politischer Entscheidungen ein.

Ein gutes Team

Früher sei das auch auf dem Fasanenhof so gewesen, erinnert sich Probst. „Wir hatten viele interessante Veranstaltungen. Es gab Vorträge, zum Beispiel von Bankern zum Thema Geldanlage und von der Polizei zum Thema Sicherheit. Und es gab viele Ausflüge und Feiern.“ Mittlerweile ist es ruhig geworden um den KAB Fasanenhof. Doch es gibt ihn noch immer, das ist Marianne Probst wichtig. „Wir sind älter geworden. Viele Mitglieder sind auch bereits verstorben oder weggezogen“, sagt die Vorsitzende. Derzeit habe der KAB Fasanenhof noch 32 Mitglieder.

Das Programm findet mittlerweile nachmittags statt. Im Februar zeigt Robert Müller Bilder von Stuttgart in den 70er Jahren. Im März spricht Pfarrer Musa John Kannu über seine Heimat Nigeria. Im Juni kommen Susanne Klein und Evi Geier von der Nachbarschaftshilfe und berichten von ihrer alltäglichen Arbeit, den Problemen und welche Angebote es auf dem Fasanenhof gibt. „Die Leute wollen wissen, was vor ihrer Haustür passiert“, erklärt Probst ihren Ansatz.

Sie hat das Programm zusammen mit ihren Vorstandskollegen organisiert. Dieses sind die Kassiererin Erika Witowski sowie die Beisitzer Brigitte Schmitt, Zita Viehöfer und Ulrich Drexler. „Wir sind ein gutes Team, wir halten zusammen“, sagt Probst. Der Diakon Michael Karl Jakob unterstütze sie. Dafür sei sie dankbar, sagt Probst. Auf die Frage, warum sie den Vorsitz übernommen habe, antwortet sie: „Ich wollte die Menschen nicht im Stich lassen. Niemand wollte das Amt mehr ausüben. Da habe ich gesagt: Wenn ihr mir helft und mich unterstützt, dann mache ich es“, erinnert sich Marianne Probst. Bereut habe sie diese Entscheidung nie.

Der Kontakt zu den Menschen ist wichtig

Ehrenamtlich engagiert war sie schon immer. Viele Jahre lang war sie zum Beispiel Mitglied im Kirchengemeinderat von St. Ulrich. Der Kontakt zu den Menschen ist ihr wichtig. Probst gibt sich keinen Illusionen hin: „Neue und jüngere Mitglieder bekommen wir nicht mehr. Aber die Mitglieder, die wir haben, die sollen sich wohl fühlen“, so ihr Plädoyer.

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