Derzeit wird in der Württembergstraße ein Regenüberlaufkanal gebaut. Nach Abschluss dieser Arbeiten wird der Straßenbelag erneuert. Foto: Elke Hauptmann

Wenn der neue Regenüberlaufkanal in der Württembergstraße fertiggestellt ist, will das Tiefbauamt die Straße ordentlich herrichten. Wegen der Belagsarbeiten ist eine Vollsperrung für vier bis sechs Wochen im Gespräch. Der Bezirksbeirat Untertürkheim lehnt das ab.

Untertürkheim - Es waren nur wenige Sätze, mit denen Alma Osmanagic vom Tiefbauamt der Stadt Stuttgart die Untertürkheimer Bezirksbeiräte verblüffte, als sie dem Gremium die in diesem Jahr geplanten Straßenbaumaßnahmen vorstellte: Wegen Belagarbeiten würde man gern in der zweiten Jahreshälfte die Württembergstraße auf einem etwa 300 Meter langen Abschnitt zwischen der Bushaltestelle In den Aspen beim TBU-Gelände und der Rotenberger Kurve komplett für die Dauer von vier bis sechs Wochen sperren. In dieser Zeit könnte der Verkehr der Buslinie 61 nach Rotenberg mit kleinen Fahrzeugen durch die Weinberge erfolgen. Von Rotenberg könnte es eine Linienführung über Uhlbach/Obertürkheim geben. Der städtische Verkehrsbetrieb SSB habe bereits seine Zustimmung signalisiert.

Bislang sei das eine Idee, ob sie tatsächlich so umgesetzt werde, sei noch nicht entschieden, räumte Osmanagic ein, als ihr der Gegenwind kräftig ins Gesicht blies. Die Lokalpolitiker ließen jedenfalls kein gutes Haar am Vorhaben. „Mit dem Busverkehr durch die Weinberge wird für Autofahrer ein Fass aufgemacht, das wir nie wieder schließen können“, fürchtet nicht nur Gerald Multerer von den Freien Wähler Schleichverkehr. Auch Andrea Mathiasch (CDU) prophezeite: „Da kriegen wir große Probleme.“ Ob die Bauarbeiten denn nicht auch ohne Vollsperrung möglich seien?

Asphaltbelag wieder hergestellt

Notwendig sind sie, da der Eigenbetrieb Stadtentwässerung Stuttgart (SES) in diesem Bereich derzeit einen neuen Regenüberlaufkanal baut und dafür die Straße aufreißen musste. Sobald diese Arbeiten – voraussichtlich bis zum Sommer – abgeschlossen sind, wird das Tiefbauamt den Asphaltbelag wieder herstellen. Natürlich sei es möglich, dafür die Württembergstraße halbseitig zu sperren und den Verkehr mit Baustellenampeln zu regeln – so, wie es jetzt der Fall ist. „Wir möchten aber ein schönes Stück Straße bauen“, sagte Osmanagic. Schön bedeute: in einem Stück. Also ohne die Querfugen, die bei einem abschnittsweisen Vorgehen alle 80 Meter üblich seien.

Erneuerung der Fahrbahn

Auch in der Dietbachstraße plant das Tiefbauamt auf einem 300 Meter langen Teilstück die Erneuerung der Fahrbahn, wenn die Netze BW mit dem Bau ihrer neuen Trinkwasserleitung im Bereich zwischen der Barbarossa- und der Fiechtnerstraße fertig ist. Die Kanalarbeiten sollen am 15. April beginnen und bis zum 24. Juni andauern. Die Straße wird eigens gesperrt und der Verkehr weiträumig über die Fellbacher-, Kappelberg- und Großglocknerstraße in Richtung Karl-Benz-Platz umgeleitet. In Richtung Fellbach müssen die Autofahrer über die Strümpfelbacher Straße und durch Luginsland fahren. Diese Regelung könnte nach Ansicht des Tiefbauamtes auch für die sich anschließenden Straßenbelagsarbeiten gelten.

Laut Osmanagic sind die Württemberg- und die Dietbachstraße zwei zentrale Bauvorhaben für das Tiefbauamt in diesem Jahr. Sie allein würden die Hälfte des gesamten Budgets verschlingen.

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