An drei Stützen des Fußgängerstegs wurden Hydraulikpressen angebracht. Foto:  

Der Vortrieb für die beiden Stuttgart-21-Tunnelröhren zum künftigen Abstellbahnhof Untertürkheim geht in die letzte Phase. Ab dieser Woche sollen die Arbeiten rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche fortgesetzt werden.

Untertürkheim - Der Vortrieb für die beiden Stuttgart-21-Tunnelröhren zum künftigen Abstellbahnhof Untertürkheim geht in die letzte Phase: Nur noch wenige Meter fehlen den Mineuren, bis sie im heutigen Gleisbereich die Oberfläche erreichen. Vom Zwischenangriff in Wangen aus kommend, haben sie das Stadtbad Untertürkheim sowie das Mercedes-Benz-Werk hinter sich gelassen und befinden sich derzeit im Bereich des Karl-Benz-Platzes. Geplant ist, dass der Vortrieb entlang der beiden Tunnelachsen 713 und 714 Richtung Untertürkheim im Sommer abgeschlossen ist.

Arbeiten rund um die Uhr

Deshalb wird nun geklotzt: Ab dieser Woche, teilt die Projektgesellschaft den Anwohnern rund um den Karl-Benz-Platz in einem Schreiben mit, sollen die Arbeiten rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche fortgesetzt werden. Die Fels- und Gesteinsschichten im Untergrund werden dabei konventionell abgetragen – in erster Linie durch Bagger. Je nachdem, welche Geologie man antreffe, sei aber auch mit Sprengungen zu rechnen, heißt es. Und diese könnten, so habe man aus Gesprächen mit Anwohnern der Trasse festgestellt, im Umkreis von bis zu 300 Metern um den Vortriebsort in Form eines dumpfen Grollens, das mehrere Sekunden andauert, wahrgenommen werden. Die Nachtruhe werde man deshalb einhalten, verspricht die DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH: „Gesprengt wird ausschließlich im Zeitraum zwischen 6 und 22 Uhr.“

Die Vorbereitungen für die unterirdischen Bauarbeiten sind inzwischen oberirdisch erkennbar: Der Fußgängersteg von der S-Bahn-Station zum Mercedes-Benz-Werk wird derzeit speziell gesichert. Notwendig ist dies, weil die Pfahlgründung einer Stütze so tief in den Boden reicht, dass sie in den Querschnitt einer Tunnelröhre ragt. Das sei keine überraschende Erkenntnis, betont ein Sprecher der DB Projekt. „Der Umstand ist bereits seit der Zeit der Planfeststellung bekannt.“

Fußgängersteg weitgehend nutzbar

Während des Vortriebs müsse an dieser Stelle ein Teil der Pfahlgründung der Stütze entfernt werden, erklärt er. „Aus diesem Grund wird die Stütze vorher mit einer Flachgründung als künftigem Fundament ausgestattet.“ Zudem werden an der Stütze Hydraulikpressen angebracht. „Danach wird die Stütze durchtrennt.“ Im Bedarfsfall könne sie nun mit Hilfe der Hydraulikpressen angehoben werden. „Im Endzustand wird der verbliebene Teil des Pfahls dann auf der Tunnelschale stehen.“ Zur Absicherung würden die beiden Nachbarstützen des Stegs mit Hydraulikpressen versehen. Man sei bemüht, die von den Bauarbeiten ausgehenden Störungen so gering wie möglich zu halten. So soll der Fußgängersteg für Passanten „in der Regel“ während der gesamten Bauphase nutzbar sein. Bei Sprengungen, die Erschütterungen hervorrufen können, würden die DB Projekt und die Stadt „von Fall zu Fall darüber entscheiden, ob der Steg für wenige Minuten gesperrt wird“.

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