Markus Krautter vom Untertürkheimer Autohaus freut sich, dass er einen Carsharing-Standort am Bahnhof erhält. Foto: Mathias Kuhn

Die Ausschreibung von Carsharing-Standorten im Stadtgebiet ist entschieden: Das lokale Autohaus Krautter hat den Zuschlag für Plätze in den Oberen Neckarvororten erhalten.

Untertürkheim - Carsharing gilt unter Mobilitätsexperten als eines der effektivsten Mittel gegen den drohenden Verkehrsinfarkt. Die Stadtverwaltung wird deswegen im Sommer ein Pilotprojekt mit 25 Stellplätzen starten. Auch die vier Oberen Neckarvororte werden eingebunden. Im Februar konnten sich dazu die Carsharing-Betreiber bewerben. Das Autohaus Krautter hatte im Vorfeld mehrfach Interesse bekundet, das auf die Oberen Neckarvororte angepasste Ford-Carsharing-Konzept den Bezirksbeiräten in den vier Stadtbezirken vorgestellt und die Lokalpolitiker davon überzeugt. In den Stadtbezirken wurde mit Spannung auf die Entscheidung gewartet.

„Die Vergabe ist jetzt erfolgt. Die drei Anbieter Stadtmobil, Flinkster und Ford Carsharing haben sich einvernehmlich auf die Verteilung der 25 neuen Stellplätze geeinigt“, berichtet Jasmin Bühler, Pressesprecherin der Stadt. In den Oberen Neckarvororten werden acht Stellplätze eingerichtet. In jedem Stadtbezirk zwei. Das Autohaus Krautter und der Verein Stadtmobil einigten sich auf je einen Stellplatz pro Stadtbezirk. „In Unter- und Obertürkheim werden wir je einen Stellplatz in der Nähe des Bahnhofes anbieten“, sagt Firmenchef Markus Krautter. In Hedelfingen wird ein Krautter-Auto gegenüber dem Bezirksrathaus und in Wangen am Marktplatz stehen. „Ich freue mich, dass wir eine Chance erhalten haben“, sagt Krautter. Gleichzeitig bedankt er sich für die Unterstützung der Bezirksbeiräte sowie der Stadträte Beate Bulle-Schmid und Björn Peterhoff, die entsprechende Anträge bei der Verwaltung eingereicht hatten.

Angebot muss angenommen werden

Auch Untertürkheims Bezirksvorsteherin Dagmar Wenzel begrüßte es, dass Untertürkheim zwei neue Standorte – das Stadtmobil nutzt einen Stellplatz im Bereich des Postareals – erhält und der lokale Anbieter zum Zuge gekommen ist. „Jetzt geht es aber darum, dass die Untertürkheimerinnen und Untertürkheimer das neue Angebot auch nutzen“, sagt die Bezirksvorsteherin. Mit Spannung wartet auch Kai Freier, wie das Angebot angenommen werde. „Wir sind froh, dass wir zwei zusätzliche Plätze haben. Einer in der Friedrichshafener Straße, der andere am Hedelfinger Platz“, sagt Hedelfingens Bezirksvorsteher. Eventuell könne das Angebot – so der Wunsch der Bezirksbeiräte – auch auf Rohracker ausgeweitet werden. Das Pilotprojekt soll 18 Monate dauern. „Die Standorte müssen noch baulich eingerichtet und markiert werden, außerdem müssen noch Gestattungsverträge über die Nutzung geschlossen werden. Eine Inbetriebnahme vor den Sommerferien wird angestrebt“, berichtet Pressesprecherin Jasmin Bühler. Außer in den Oberen Neckarvororten werden noch Standorte in Stuttgart-Süd, -West, Stammheim und Vaihingen ausgewiesen.

Engmaschiges Netz

Damit wird in den Außenbezirken das Carsharing-Netz wieder enger geknüpft, nachdem sich der bisherige Platzhirsch Car2go aus einigen Bereichen zurückgezogen hat. In Rotenberg, Rohracker, in den meisten Teilen von Hedelfingen und auf dem Frauenkopf dürfen keine Car2go-Fahrzeuge abgestellt werden. Die ökonomisch durchaus plausible Begründung: In diesen Außenbereichen bleiben die einmal abgestellten Autos zu lange ungenutzt stehen. Die Entrüstung darüber, dass ausgerechnet die Stadtteile, die eh nicht gut an den Öffentlichen Nahverkehr angeschlossen sind, vom Car2go-Angebot abgehängt werden, war damals in den Bezirksbeiräten groß.

Auch deshalb hatte sich die Stadt entschlossen, weitere Carsharing-Projekte zu fördern. Ein Gesetz ermöglicht es den Kommunen, öffentliche Stellflächen als Standorte für Carsharing auszuweisen. Im Sommer 2018 hatte die Stadt einen ersten Pilotversuch gestartet. An fünf Standorten in der Innenstadt wurden Stellflächen für stationsgebundenes Carsharing ausgewiesen. Sie sind farblich markiert. Die ersten Erfahrungen waren durchweg positiv. Im vergangenen Herbst entschied sich die Stadtverwaltung dann, das Pilotprojekt auf weitere Stadtbezirke auszuweiten.

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