Hinter der WC-Anlage stapelt sich Sperrmüll. Foto: uhn

Die Beschwerden häufen sich. Passanten werfen Essenreste weg und locken dadurch Ratten an. Auch sonst sammelt sich viel Müll rund um das denkmalgeschützte Eingangstor zum Stadtbezirk.

Untertürkheim - Beim Gang vom Karl-Benz-Platz in den Ortskern müssen viele Passanten ihre Ekelgefühle überwinden. An vielen Stellen liegt Müll, Passanten werfen Essensreste weg und Taubenkot verdreckt den Boden. Noch schlimmer: „Vor drei Wochen ist mir auf der Treppe eine große Ratte über den Weg gelaufen. Seitdem gehe ich außen herum“, erzählt eine Stadtbahnnutzerin. Das denkmalgeschützte Eingangstor nach Untertürkheim ist kein Vorzeigeobjekt mehr. „Der Bahnhof ist zum Drecksloch geworden“, sagt ein Passant beim Fototermin. Als Untertürkheimer schäme er sich. Der erste Eindruck vom Ort müsse für Fremde verheerend sein. Die Unterführung wird zwar mehrfach in der Woche gesäubert, doch in der Böschung neben der Treppe sammelt sich der Müll: Plastikbesteck, Dosen, Flaschen, Getränkekartons, Essensreste, Plastiktüten.

Kammerjäger auf eigene Kosten bestellt

Direkt am Treppenaufgang steht ein Blumenkübel. Blumenschmuck als Dekoration? Eher nicht. Zigarettenschachteln, Kaffeebecher, Taschentücher und Flachmänner liegen neben einer verwelkten Pflanze. Ein paar Meter weiter, unweit des Fahrscheinautomaten liegen angenagte Kebab- und Pizzastücke, am Abhang stehen ein ausgedientes Sofa und marode Stühle. Auf dem Weg zur städtischen WC-Anlage kommen die Fußgänger an Müllbehältern vorbei, die oftmals überquellen. Ab Freitag türmen sich rund um den Bahnhof Gelbe Säcken an der Straße auf und zwischen dem Toilettenhaus und den Bahngleisen sieht es seit Wochen wie am Tag der Sperrmüllabholung aus. „Grauenvoll“, sagt eine Besitzerin eines Fachgeschäftes. Kunden hätten sich beschwert. Sie habe auf eigene Kosten den Kammerjäger bestellt, um die Rattenplage einzudämmen, obwohl sie nicht für den Müll verantwortlich sei.

Toiletten werden täglich gereinigt

Bezirksvorsteherin Dagmar Wenzel kennt das Problem und kümmert sich auch darum, die Missstände zu beheben. „Die Toilettenanlage wird täglich von den Mitarbeitern der Abfallwirtschaft gereinigt.“ Allerdings werde sie im Winter auch von Obdachlosen als Wärmestube genutzt. Wegen des Sperrmülls werde sie mit der Abfallwirtschaft Stuttgart nochmals reden und wegen der Rattenprobleme habe sie das Ordnungsamt bereits informiert. Auch Bahnsprecher Werner Graf hat viele Hebel in Bewegung gesetzt. Der Bahnhofsmanager ist informiert. Die Bahnsteige, die Unterführung und die Treppen würden regelmäßig gereinigt, für die Böschung sei allerdings die Bahn Netze-Gesellschaft zuständig. Die Kollegen würden die Böschung wieder zurückschneiden, um den Ratten keinen Unterschlupf zu bieten.

Und der sonstige Müll? Der Hausmeister des Bahnhofsgebäudes kümmert sich um die Wege und den Durchgang. Für die anderen Bereiche fühlt sich niemand zuständig. „Es ist schwierig, den Zuständigen zu finden“, sagt Wenzel. „Letztendlich müssen sich aber auch die Menschen, die den Dreck verursachen, an die Nase fassen“, sagt der Untertürkheimer Passant, der sich für seinen Heimatort schämt.

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