Voll Wasser gelaufen ist eine Unterführung in Vaihingen nach einem Starkregen. In der Nacht zum Freitag haben in vielen Teilen Deutschlands Unwetter gewütet. Foto: SDMG

Nach einem heißen Sommertag entlädt sich ein Gewitter über der Region Stuttgart. Tunnel und Unterführungen werden geflutet, Keller laufen voll mit Wasser und Äste brechen von den Bäumen.

Stuttgart/Mannheim/Karlsruhe - Heftige Unwetter mit teils starkem Regen, Hagel, Windböen, Blitz und Donner haben in der Nacht zum Freitag für Chaos in einigen Landesteilen im Südwesten gesorgt. Kurz nach Mitternacht blitzte und donnerte es vielerorts im Südwesten. Auch in Stuttgart liefen Keller und Tiefgaragen voll. Im Tunnel der Vaihinger Ortsumfahrung stand das Wasser etwa 15 Zentimeter hoch. Die Lage blieb nach Angaben der Einsatzkräfte allerdings übersichtlich. Im Vorfeld war die Integrierte Leitstelle bereits personell aufgestockt worden. Insgesamt wurden etwa 20 Einsätze gemeldet.

Nach einem Starkregen ist eine Unterführung in der Liebknechtstraße in Stuttgart-Vaihingen voll gelaufen. Auch im Hengstäcker- und Österfeldtunnel war die Feuerwehr im Einsatz, weil es wegen der Wassermassen zu Überflutungen gekommen ist. In der Böblingerstraße und in der Dinghofstraße hat es durch starken Wasserdruck Gullydeckel hochgehoben. Auch Straßenzüge wie etwa in Bad-Cannstatt die Schmidenerstrasse standen zeitweise unter Wasser. Die Feuerwehr hatte zudem Einsätze wegen voll gelaufener Keller und abgefallener Äste auf den Straßen.

Zahlreiche Überschwemmungen

Besonders betroffen war der Nordwesten Baden-Württembergs. Nach Angaben der Polizei und der Feuerwehr kam es rund um Karlsruhe zu zahlreichen Überschwemmungen und Erdrutschen. Bis zu 80 Zentimeter hoch stand das Wasser in einigen Straßen in Kraichtal (Landkreis Karlsruhe). Der Strom fiel in manchen Orten über Stunden aus. In Sternenfels (Enzkreis) schlug der Blitz in ein Einfamilienhaus ein und verursachte einen Schaden im sechsstelligen Bereich. Die Feuerwehr im Landkreis Karlsruhe war mit über 300 Kräften im Einsatz.

Mehr als 200 Anrufe gingen beim Polizeinotruf Mannheim wegen überfluteter Keller und umgestürzter Bäume ein, wie die Beamten berichteten. Straßen waren überflutet und mussten gesperrt werden, Gullydeckel wurden aus der Verankerung gedrückt. Es kam zu zwei Verkehrsunfällen mit geringem Sachschaden.

Nach Angaben der Bahn kam es aufgrund des Unwetters zu keinen größeren Störungen oder Streckensperrungen in Baden-Württemberg.

Verletzt wurde während der Nacht niemand. Wie hoch der gesamte Sachschaden ist, kann noch nicht gesagt werden. Die Polizei geht jedoch von einem beträchtlichen Betrag aus. Die Aufräumungsarbeiten dauern bis zum Freitagmorgen an.

Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, kann es am Freitag erneut zu Schauern und einzelnen Gewittern kommen. Eine Unwettergefahr besteht aber voraussichtlich nicht mehr.

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