Ankunft im Klinikum: Professor Neysan Rafat, Ärztlicher Direktor der Neonatologie, mit einem der Kinder. Foto: Tobias Grosser

Bei einem russischen Raketenangriff wurde ein Kinderkrankenhaus in Kiew zerstört. Das Stuttgarter Olgahospital versorgt seit Donnerstag zwei junge Patienten. Sie müssen operiert werden.

Am 8. Juli wurde das Okhmatdyt-Kinderkrankenhaus in Kiew, eines der größten Kinderkrankenhäuser in der Ukraine, durch einen Raketenangriff massiv beschädigt. Das Klinikum Stuttgart hat seine Hilfe angeboten. Am Donnerstag sind die ersten beiden Patienten aus Kiew im Olgahospital eingetroffen. Sie sind vier und zehn Monate alt. Mindestens ein weiteres Kind soll in den nächsten Tagen folgen.

 

Beide Kinder sind kritisch krank

Beide Kinder sind laut Olgahospital kritisch krank und benötigen eine Serie operativer Eingriffe. Dafür sei das Olgahospital mit einer der größten neonatologischen Intensivstationen und einer hoch spezialisierten Kinderchirurgie optimal ausgestattet, sagt Professor Jan Steffen Jürgensen, der Vorstand des Klinikums. „Für uns ist es ein Akt der Solidarität, diesen kleinsten, unschuldigen Opfern des Krieges in der Ukraine zu helfen. Die Motivation und Hilfsbereitschaft unserer klinischen Teams ist enorm. Ich danke allen, von den Teams, die den Intensivtransport begleitet haben, über die Dolmetscher bis hin zu den Stiftungen und Fördervereinen, die beispielsweise bei der Unterbringung von Angehörigen unterstützen“, so Jürgensen. Gemeinsam werde man sein Bestes geben.

47,6 Millionen Euro Verlust im Jahr 2023

Bereits unmittelbar nach Kriegsausbruch waren mehrere krebskranke Kinder aus der Ukraine durch die Kinderkrebsstation des Klinikums Stuttgart versorgt worden.

Das Klinikum Stuttgart mit dem Katharinenhospital, dem Krankenhaus Bad Cannstatt und Deutschlands größter Kinderklinik, dem Olgahospital, zählt 9000 Mitarbeitende, darunter über 3000 Pflegekräfte und über 1000 Ärztinnen und Ärzte. Jährlich werden rund 90 000 Patienten stationär und mehr als 600 000 ambulant versorgt. Das Katharinenhospital wird derzeit für über 800 Millionen Euro neu gebaut. Das Klinikum hat einen enormen Zuschussbedarf. Am 11. Juli billigte der Gemeinderat einen Zuschuss in Höhe von 47,6 Millionen Euro, mit dem der Fehlbetrag des Klinikums aus dem Jahr 2023 ausgeglichen wird. Der Umsatz lag bei 720 Millionen Euro. Dazu kommen von der Stadt noch Zuweisungen und Zuschüsse in Höhe von 40 Millionen Euro.