Videobilder aus dem Zug sollen den S-Bahn-Unfall am 17. Dezember in Feuerbach klären helfen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Zwei tödliche Bahnunfälle in Stuttgart, zwei Rätsel. Ein Passant übersah am Montag eine gelbe Stadtbahn in der Innenstadt. Ein anderer wurde am Donnerstag von einer S-Bahn mitgerissen.

Stuttgart - Nur vier Tage nach einem tödlichen S-Bahn-Unfall ist am Montag erneut ein Mensch im Stuttgarter Bahnverkehr ums Leben bekommen. Ein 41-jähriger Passant wurde auf dem Gleisüberweg vor einer Stadtbahn-Haltestelle in der Nähe der Liederhalle in der Innenstadt von einem gelben Zug der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) erfasst und getötet. Im Schienenverkehr kam es zu erheblichen Behinderungen.

Offenbar hatte der Passant trotz Warnblinker und z-förmigem Gleisübergang die Bahn übersehen – der Grund ist noch unklar. Ebenfalls rätselhaft ist der S-Bahn-Unfall am vergangenen Donnerstag im Stadtbezirk Feuerbach, wo ein 50-Jähriger von einer S-Bahn mitgeschleift und tödlich verletzt wurde. Der Mann soll nach einer Zeugenaussage in einer Tür eingeklemmt worden sein. Dies sei aber mit den bisherigen Erkenntnissen nicht in Einklang zu bringen, heißt es in Ermittlerkreisen. Die Technik der Türautomatik des S-Bahn-Typs ET 423 steht aber besonders im Fokus der Nachforschungen.

Die Ermittler der Bundespolizei hoffen inzwischen auf Aufzeichnungen aus der Videoüberwachung im Zug, die derzeit ausgewertet werden. Mittlerweile haben sich auch weitere Zeugen aus dem Unglückszug gemeldet. „Die haben etwas wahrgenommen“, erklärt eine Sprecherin.

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