Anwohner klagen über Scherben, Kot und Drogen. Foto: Kathrin Wesely

Sind es nur einzelne Klagen oder ist das Pumpenplätzle tatsächlich so heruntergekommen? Anwohner klagen über Müll, Fäkalien und Drogenkonsumenten, die sich an dem etwas versteckten Platz in Heslach treffen. Laut der Polizei ist dies aber kein gefährlicher Ort.

S-Süd - Etwas versteckt liegt das Pumpenplätzle, ein Pfad führt von der Unteren Straße hinter die Häuser herum. Büsche, Bank, Sandkasten und natürlich eine Pumpe. Es könnte ein lauschiges Plätzchen sein, findet Cornelius Jantschke, wären da nicht die Schmutzfinken und Störenfriede. Seit einiger Zeit schon führen er und seine Frau Klage: Der Platz sei vermüllt, Drogen würden konsumiert und Bierorgien gefeiert. Scherben und Spritzen lägen herum, manchmal hätten hier Leute Sex oder verrichteten ihre Notdurft.

Stadt soll in die Puschen kommen

Jantschke lebt hier mit seiner Familie in einem der angrenzenden Wohnhäuser. „Das könnte ein toller Ort sein, wie zum Beispiel der Hasenspielplatz im Westen. Da funktioniert es. Die Jugendlichen und die Kinder kommen da gut miteinander zurecht.“ Aber auf dem Pumpenplätzle wolle er seine Kinder lieber nicht spielen lassen. Obwohl seine Frau und er sich schon mehrfach an den Bezirksbeirat und den Bezirksvorsteher gewandt haben, passiere nichts: „Dass die Stadt nicht in die Puschen kommt, regt uns auf!“

Ärger gab’s am Pumpenplätzle immer wieder mal. Die FDP-Fraktion im Bezirksbeirat hatte deswegen bereits vor vier Jahren beantragt, dass man einen Runden Tisch zum Thema gründe. Das wurde abgelehnt, weil man in der Debatte rasch feststellte, dass sämtliche Beschwerden über Vermüllung und Drogenkonsum von nur einer einzigen Anwohnerin beklagt wurden. Ihre Beobachtungen konnten damals aber weder die Beamten des zuständigen Polizeireviers noch die Mitarbeiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts sowie der Mobilen Jugendarbeit bestätigen. Insbesondere letztere reagierten damals ein wenig pikiert, weil das Pumpenplätzle in ihren Augen ein gut funktionierender Treff und zudem wichtige Anlaufstelle für Streetworker sei: „Das ist wie ein Wohnzimmer für die Jugendlichen“, hatte die Teamleiterin der Mobilen Jugendarbeit argumentiert.

Grieb sieht auch den heutigen Konflikt in etwas milderem Licht: „Es ist auch eine Frage der Sichtweisen.“ Und offenbar scheinen sich nur wenige an der Situation auf dem Plätzle zu stören: Zu der örtlichen Begehung, zu der er Ende vergangenen Jahres eingeladen hatte, seien lediglich drei Anwohner erschienen – darunter Cornelius Jantschke. Zu bedenken sei, dass das Pumpenplätzle kein reiner Kinderspielplatz, sondern auch ein Rückzug für Jugendliche sei.

Vielleicht wird mehr Licht

Grieb räumt aber ein, dass sich „die Situation in letzter Zeit verschlechtert“ haben könnte und dass statt der Jugendlichen sich nun eine ältere Klientel auf dem Platz niederlasse, die möglicherweise Drogen- und Alkoholprobleme habe. „Die Ämter sind informiert“, sagt Grieb. Auch sei die Polizei gebeten worden, dort öfters nach dem Rechten zu sehen. Bei dieser heißt es auf Nachfrage, dass das Pumpenplätzle keinesfalls ein Drogenschwerpunkt sei, dass dort höchstens vereinzelt Drogen konsumiert würden.

Aber vielleicht kommt bald mehr Licht in die Sache: Der Bezirksbeirat hat einen Antrag bei der Verwaltung gestellt, für mehr Beleuchtung zu sorgen. Die Antwort steht noch aus.

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