Hier tanzt das Eis: Foto: /Kathrin Wesely

Die Eisdiele La Luna hat neu eröffnet und wartet mit einer modernen Thekentechnik auf. Über viele Monate war der Pavillon auf dem Stuttgarter Marienplatz geschlossen und wurde renoviert.

S-Süd - Endlich wird der Pavillon auf dem Marienplatz wieder bespielt! Seit Monaten war der kreisrunde Bau verhüllt, nun hat hier eine Stuttgarter Eismanufaktur übernommen: die Familie Marion, die bereits drei Eisdielen in Stuttgart – darunter das Venezia am Rotebühlplatz, zwei Eiswagen in der Innenstadt sowie ein Eiscafé in Esslingen betreibt.

16 Sorten, überwiegend Klassiker, hat das La Luna im Sortiment. „Die Eismasse, die wir im La Luna auf dem Marienplatz anbieten, ist die gleiche wie in unseren anderen Filialen“, verrät die Geschäftsleitern Dita Marion. „Aber hier haben wir jetzt eine ganz neue Technik, mit der das Eis immer frisch und cremig bleibt!“ Das Eis in den Behältern der Vitrine wird fortwährend umgerührt. „Mein Mann hat so eine Vitrine in Italien gesehen und wollte das auch für uns in Stuttgart haben.“

Konkurrenz belebt das Geschäft

Die Eistheke 2.0 mit selbstdrehendem Eis ist das Herzstück des La Luna, aber auch die übrige Innenausstattung der Eisdiele ist in den zurückliegenden Monaten grunderneuert worden. Am vergangenen Sonntag war Eröffnung. Das Wetter war zwar eisschlotztauglich, aber wegen der Pandemie blieb der große Ansturm freilich noch aus.

Dass schräg gegenüber eine der beliebtesten Eisdielen der Stadt liegt, hält Dita Marion eher für geschäftsfördernd: „Uns freut das. Das zieht die Leute an.“ In Anbetracht langer Reihen geduldiger Kunden, die an sonnigen Tagen vor der Gelateria Kaiserbau in der Hitze ausharren, bis sie an die Reihe kommen, sieht die Geschäftsfrau durchaus das Potenzial für einen zweiten Eisverkäufer am Platz.

Bislang hatten die Marions ihren Pavillon an andere Gelateri untervermietet. Als nun der aktuelle Pächter aufhören und nach Italien zurückkehren wollte, da entschloss sich die Familie kurzerhand, den Laden selber zu schmeißen. „Ich bin froh darüber! Der Marienplatz ist einfach ein toller Ort, wo sich alle treffen – ob alt oder jung. Ich komme selbst gern her“, sagt Dita Marion. Wenn die Coronakrise irgendwann überwunden sein wird, wollen die Marions ihr Angebot im La Luna um Crêpes und selbst gemachte Waffeln aufstocken. „Auch das Eis verkaufen wir dann in unseren eigenen Waffeln.“

Ein Haus wie der Vollmond

Das markante Pavillongebäude war von Anfang an Teil der Neukonzeption des Platzes, der nach Plänen des Stuttgarter Büros Freie Planungsgruppe 7 umgebaut und im Jahr 2003 eingeweiht wurde. Der Name La Luna rührt von der Form her: ein runder, verglaster Bau mit einer kreisrunden Scheibe als Dach, die nachts leuchtet wie ein voller Mond. Der Architekt Heinz Lermann wollte mit dem Café-Pavillon, einen Akzent auf diesem 6000 Quadratmeter großen, weiträumigen und beinahe leeren Platz setzen, der in der Landeshauptstadt bis heute beispiellos geblieben ist.

So viel räumlichen Luxus, der für alle da ist, hat sich die Stadt sonst nirgendwo gegönnt. Allerdings bietet Stuttgart mit seiner Topografie auch nicht allzu viele Möglichkeiten, um öffentlichen Raum derart großzügig zu gestalten.

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