Johanna Moltmann-Hermann Foto: Kathrin Wesely

Der Verein Garnisonsschützenhaus eröffnet im renovierten Schuppentrakt auf dem Gelände auf der Dornhalde eine neue Ausstellung zu Hegel und Hölderlin. Außerdem sind einige Veranstaltungen zum Literatursommer geplant.

S-Süd - Der Schuppen ist rausgeputzt, aufgebockt auf ein neues Fundament, mit frischem Dachgebälk versehen: Die Besucher können kommen. Am morgigen Samstag lädt der Verein Garnisonsschützenhaus zu seinem ersten Event im renovierten Schuppentrakt des Gebäudeensembles auf der Dornhalde ein. Es ist den Jubilaren Hegel und Hölderlin gewidmet. Die befreundeten Geistesgrößen hätten dieses Jahr ihre 250 Lenze zusammen feiern können. Ihrer gedenkt heuer der landesweite Literatursommer, der allerdings coronabedingt zusammengestrichen wurde. Auch die Literatursommer-Projekte mit Schülern, die im Garnisonsschützenhaus geplant waren, sind abgesagt.

Literarischer Spaziergang

Doch einiges darf stattfinden – etwa der luftige Literaturspaziergang am vergangenen Samstag, 18. Juli. Die Schauspielerin Dorothea Baltzer hauchte Texten von Hegel neues Leben ein. Frank Ackermann vom Hegelhaus und Reinhard Schmidhäuser vom Verein Garnisonsschützenhaus reicherten die Lesung mit Anekdoten aus Hegels Jugend, Berichten von Heinrich Heine und Lektüren von Robert Gernhardt an. „Es ist eine populäre Form der Wissensvermittlung sein, für Zuhörer, die wenig Bezug haben zu Hegel oder Hölderlin“, erläutert Schmidhäuser. Über vier Stationen, die den zentralen Themen des Dichters und des Philosophen gewidmet sind wie Idealismus, Freiheit und Staat, gelangten die Teilnehmer schließlich zum Garnisonsschützenhaus.

Plakat-Serie zu Hegel und Hölderlin

Dort, so versprechen die Veranstalter, „trifft Hegel auf die Naturbegeisterung Friedrich Hölderlins, der Hegels Studienfreund war“ und die Besucher treffen auf einen herrlichen Garten mit Nutzpflanzen für Wildbienen, auf ein schmetterlingsumschwirrtes Distelwäldchen sowie auf die Ausstellungen im renovierten Schuppen. Zu sehen sind die beiden Dauerausstellungen zur Geschichte des Garnisonsschützenhauses und zu den Wildbienen. Die neue Ausstellung von Alexandra Birkert mit einer Plakat-Serie zu Hegel und Hölderlin wird erst die Woche darauf, am Samstag, 25. Juli, eröffnet. „Das Garnisonsschützenhaus liegt direkt am Wanderweg. Da kann man ganz einfach einen Halt machen und sich über die Geschichte informieren oder sich eine andere Ausstellung ansehen“, rät Schmidthäuser.

Bis auf weiteres darf der Verein den Schuppen nutzen. „Doch rechtlich ist das eine Grauzone“, die Situation sei unklar und auch, ob der Verein bleiben dürfe. Bis dessen Mitglieder sich des Schuppens annahmen, der wie der Rest des baulichen Ensembles aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammt, hat sich niemand dafür interessiert. Er moderte vor sich hin. Gerade erst hat ihn die Stadt auf zähes Drängen des Vereins für geschätzt 140 000 Euro saniert. Es wäre eine seltsame Schnurre, den Schuppen nun wieder leer stehen zu lassen, weil ein bürokratischer Servus fehlt.

Das Programm

Am Sonntag, 26. Juli, findet am Garnisonsschützenhaus auf der Dornhalde von 17 bis 19.30 Uhr ein Kreativität- und Natur-Schreibworkshop im Grünen mit Nina Blazon statt. Am Samstag, 8. August, gibt es um 19.30 Uhr eine Hölderlin-Lesung mit afrikanischer Xylofon-Begleitung; am Sonntag, 13. September beginnt um 11 Uhr ein literarisches Picknick und am Samstag, 19. September, 17 Uhr, das Konzert „Der Not ist jede Lust entsprossen - Hölderlin in Tönen“ mit Anne Schneider. Die Ausstellungen sind an den Wochenenden offen.

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