Huch! Plötzlich regnet Münzgeld auf die Straße – und dann tritt ein Trickdieb in Aktion Foto:  

Pling! Pling! Pling! Zu dumm, dass einem mitten auf der Straße die Münzen auf den Boden fallen. Selbstverständlich helfen wir beim Aufsammeln – doch Vorsicht! Manchmal ist es nur ein Ablenkungsmanöver eines Trickdiebes. Ein alter Trick lebt wieder auf...

Stuttgart - Wenn Münzgeld klimpernd auf dem Gehweg davonrollt – wer würde da nicht schnell dem Besitzer beim Aufsammeln helfen? Für Trickdiebe ist dies freilich eine Masche, um ihren Opfern den Geldbeutel zu stehlen.

Zwei Opfer des Streumünzen-Tricks hat es am Mittwoch in der Königstraße in der Innenstadt gegeben. Eine 25-jährige Passantin geriet kurz vor 19.30 Uhr ins Visier zweier Männer und einer Frau, denen scheinbar versehentlich Münzgeld auf die Straße fiel. Die hilfsbereite Fußgängerin stellte ihre Handtasche ab und half das Geld aufzusammeln. Dabei merkte sie nicht, wie einer der Diebe ihren Geldbeutel mit Bargeld und persönlichen Papieren aus der Handtasche fingerte. Das Opfer bemerkte die Tat erst später. Eine Täterbeschreibung gibt es nicht – das Trio soll arabisch oder nordafrikanisch ausgesehen haben.

Auch Straßenkünstler im Visier

Einen ähnlichen Fall in der Königstraße gab es bereits gegen 17 Uhr – hier war ein 85-jähriger Straßenkünstler betroffen. Zwei Unbekannte verwickelten den Mann in ein Gespräch, als dieser gerade seinen Rucksack packte. Dabei fiel wie zufällig Münzgeld zu Boden. Der Kunstmaler half beim Einsammeln des Geldes, während einer der beiden Täter mit dem Rucksack flüchtete.

Das Opfer hatte noch Glück im Unglück: Der Rucksack wurde anderthalb Stunden später in der Hohenheimer Straße von der Polizei gefunden. Der Straßenkünstler stellte fest, dass nichts gestohlen worden war. Der Inhalt des Rucksacks war für die Diebe wohl uninteressant: Er enthielt lediglich Farben und Kunstutensilien.

Die Täter sollen arabisch ausgesehen haben, beide hatten dunkle Haare. Der größere der beiden soll korpulent gewesen sein, der kleinere war schlank. Trotz vager Beschreibung hofft die Polizei dennoch auf Hinweise, die über Telefon 07 11 / 89 90 - 43 30 entgegengenommen werden.

Das gab’s doch schon mal...

Der Trick mit den klimpernden Münzen ist bereits vor 15 Jahren in Serie verwendet worden. Damals war stets ein Mann um die 50, nur 1,65 Meter groß aufgefallen, der offenbar im gesamten Bundesgebiet aktiv war. Dabei schlug er unter anderem in Stuttgart-Feuerbach sowie im Landkreis Esslingen zu. Es dauerte lange, bis die Polizeibehörden in den verschiedensten Bundesländern feststellten, dass es sich um ein- und desselben Täter handelte. Ein reisender Italiener, der sich in Wiesbaden eine Scheinadresse eingerichtet hatte.

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