Stadtrat Gangolf Stocker ist für den Friedenspreis nominiert. Foto: dapd

Wahl findet am 28. Juni statt - Auch der Stuttgarter Verein Rosenresli ist nominiert.

Stuttgart - Zur Wahl des diesjährigen Friedenspreisträgers am 28. Juni sind unter 22 Kandidaten auch eine Stuttgarter Initiative sowie zwei Personen der jüngeren Stadtgeschichte nominiert: Stadtrat Gangolf Stocker und der ehemalige Stadtdekan Michael Brock. Stocker ist für SÖS/Linke Mitglied im Gemeinderat und steht dem Verein Leben in Stuttgart - Kein Stuttgart 21 vor. Er sei wegen seines "unermüdlichen und friedlichen Kampfes" und "als Symbolfigur für den friedlichen Protest gegen das Bahnhofsprojekt S21" vorgeschlagen.

Michael Brock war Mittler während der festgefahrenen Diskussionen um das Bahnprojekt und stellte das Haus der Katholischen Kirche als neutralen Ort für Gespräche zur Verfügung. Für seine Nominierung spreche, dass er sich "für einen friedlichen Konsens" eingesetzt habe.

Nominiert ist zudem der Verein Rosen-resli, dessen ehrenamtliche Mitarbeiter demenzkranke Menschen zu kulturellen Veranstaltungen begleiten. Auf der Vorschlagsliste stehen zudem nationale und internationale Initiativen wie beispielsweise Terres des femmes, die Gründerin einer Hilfsorganisation in bolivianischen und peruanischen Elendsvierteln, der Journalist und Mafia-Gegner Roberto Saviano, der Rüstungsgegner Jürgen Grässlin oder der Menschenrechtler Abdullah Abu Rahma aus der Westbank.

Der Stuttgarter Friedenspreis wird seit 2003 auf Initiative von Peter Grohmann verliehen. 2006 gründeten Die Anstifter die Friedensstiftung, um einen dauerhaften finanziellen Beitrag zum Stuttgarter Friedenspreis zu leisten, gesellschaftliches Engagement zu fördern und gegen jede Form von Gewalt und Ausgrenzung zu wirken. Ausgezeichnet wurde zum Beispiel 2005 Giuliana Sgrena, die italienische Journalistin, die im gleichen Jahr im Irak entführt und von der italienischen Regierung freigekauft worden war. Im vergangenen Jahr war es der Stuttgarter Asylpfarrer Werner Baumgarten.

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