In Stuttgart-Stammheim wird gebaut. Foto: dpa

Im Mehrzweckgebäude in Stammheim fanden die spektakulären RAF-Prozesse der 70er Jahre statt. Jetzt wird der in die Jahre gekommene Bau ersetzt. Am Montag war Baustart.

Stuttgart - Am Justizstandort Stuttgart-Stammheim hat am Montag der Bau eines neuen Gerichtsgebäudes begonnen. Der Neubau werde den Ansprüchen an eine „moderne und leistungsfähige Justiz in idealer Weise gerecht“, sagte Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) mit Blick auf die steigende Zahl von sicherheitsrelevanten Verfahren etwa bei der Bekämpfung des Terrorismus’ oder im Bereich der organisierten Kriminalität.

Das neue Prozessgebäude des Oberlandesgerichts Stuttgart solle das bisherige Mehrzweckgebäude ersetzen, da dessen Kapazität nicht mehr ausreiche und es auch nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren sei, sagte Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) am Montag.

In dem Mehrzweckgebäude aus den 70er Jahren hatten einige der spektakulärsten Prozesse der deutschen Nachkriegsgeschichte stattgefunden. Zwischen 1975 und 2004 wurden dort nach Angaben des Oberlandesgerichts 25 Strafverfahren mit 35 Haupttätern der linksterroristischen Roten Armee Fraktion (RAF) geführt.

Angeklagt waren beispielsweise Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof und Jan-Carl Raspe - die sogenannte erste Generation der RAF. Alle vier nahmen sich später im siebten Stock des Gefängnishochhauses direkt nebenan das Leben. Stammheim steht bis heute symbolisch für die Auseinandersetzung des Staates mit den politischen Gewalttätern.

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