Noch rollt der Kfz-Verkehr zweispurig durch den Tunnel. Doch bis Samstag soll die rechte Fahrbahn zur Umweltspur umgestaltet werden. Foto: Uli Nagel

Die Stadt richtet zwischen der Mercedesstraße und dem Wilhelmsplatz in Fahrtrichtung Fellbach eine Umweltspur für den ÖPNV und Fahrradfahrer ein. Kritiker befürchten ein Verkehrschaos.

Im Mai 2024 hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik die Umweltspur in der König-Karl-Straße beschlossen, denn der Gehweg durch den fast 100 Meter langen Tunnel auf der stadtauswärtigen Seite ist für Passanten und Fahrradfahrer viel zu schmal. Und da auch die SSB-Busse zu den Stoßzeiten im Stau stecken bleiben, gab es schon vor Jahren die Forderung nach einer separaten Spur für den ÖPNV. Neben einer Beschleunigung des öffentlichen Nahverkehrs soll auch die Sicherheit für Radfahrer in diesem Bereich erhöht werden. Knapp 20 Unfälle wurden an der Einmündung Kleemannstraße/König-Karl-Straße in den letzten fünf Jahren registriert.

 

Das Tiefbauamt will die Umweltspur bis Samstag, 12. April, ohne bauliche Eingriffe und nur mit Beschilderung und Fahrbahnmarkierungen einrichten. Die Maßnahme wird als Verkehrsversuch umgesetzt. Doch zunächst dürfen Fahrzeuge aus der Kleemannstraße in die König-Karl-Straße aufgrund notwendiger Kanalbauarbeiten weiterhin ausfahren. Nach Abschluss dieser Arbeiten wird dann die Kleemannstraße zur Einbahnstraße in Richtung Kegelenstraße.

Zunächst nur ein Verkehrsversuch

Die Stadtverwaltung begleitet den Verkehrsversuch gemeinsam mit der Integrierten Verkehrsleitzentrale und wird die Daten auswerten. Die Ergebnisse werden die Grundlage für eine langfristige verkehrsplanerische Entscheidung bilden.

Den Wegfall einer Spur zwischen Mercedesstraße und Wilhelmsplatz kritisierte vor allem das bürgerliche Lager des Gemeinderats. Die CDU sprach von einem „Flaschenhals“ und prognostiziert einen Verkehrsinfarkt im Schwanenplatztunnel im abendlichen Berufsverkehr in stadtauswärtiger Richtung. Der BUND hofft, dass die Stadt auf der Cannstatter Straße auf die „erschwerende Fahrt durch Bad Cannstatt“ hinweist.