Ulrich Storz (rechts) übergibt das Schild an Peter-Alexander Schreck. Foto: Holowiecki

Weil die Stadt Stuttgart einem Versprechen nicht nachkommt, handelt die SPD in Stuttgart-Sillenbuch nun. Sie hat der Verwaltung ein Schild geschenkt, das einem ganz bestimmten Zweck dient.

Sillenbuch - Es war einmal vor fast auf den Tag genau einem Jahr, da beschloss der Sillenbucher Bezirksbeirat Sillenbuch einstimmig, das Thema Barrierefreiheit im Bezirk voranzutreiben. Die SPD-Fraktion hatte zuvor eine Ortsbegehung gefordert und drei Sofortmaßnahmen formuliert, die „mit wenig finanziellem Aufwand und rasch umsetzbar“ sind. Eine davon: Am Bezirksrathaus sollte ein Schild aufgehängt werden, das Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen drauf hinweist, dass sie sich über eine Klingel Hilfe herbeirufen können, um sicher ins nicht barrierefreie Rathauszu gelangen. „Wir dachten: klein, billig und schnell umzusetzen“, so Ulrich Storz, der SPD-Fraktionssprecher, in der jüngsten Sitzung – passiert ist aber zwölf Monate lang: nichts.

Doppelseitiges Klebeband gab’s auch dazu

Damit es in der Sache endlich vorangeht, hat die SPD-Fraktion jetzt einfach selbst ein Schild anfertigen lassen. Drauf zu sehen: ein stilisierter Rollstuhl, ein Kinderwagen und der Hinweis „nicht barrierefrei, bitte klingeln“. In der jüngsten Bezirksbeiratssitzung haben die Sozialdemokraten das Schild an den Bezirksvorsteher Peter-Alexander Schreck überreicht – mit der Bitte, es schnell anzubringen. Zwar muss das Bezirksamt noch formal eine Annahmeentscheidung durch den Verwaltungsausschuss abwarten, da es sich um eine Spende handelt, danach steht dem Anbringen aber nichts im Wege. Um sicher zu gehen, dass die Beschaffung von Schrauben nicht zum nächsten Staatsakt wird, gab es doppelseitiges Klebeband gleich dazu. Und von Ulrich Storz die mahnenden Worte: „Die Hebeplattform werden wir nicht auch noch spenden. Da ist die Stadt gefragt.“

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