Der Mint-Truck ist in ganz Baden-Württemberg unterwegs. Foto: Jacqueline Fritsch

Mathe ist öde? Sollten Schüler diesen Eindruck haben, will der Truck mit dem Namen „Mobile Industriewelt“ einen anderen Eindruck vermitteln. Nun hat er in Stuttgart-Sillenbuch Station gemacht.

Sillenbuch - Rote Perlen fallen in eine kleine Dose, und zwar genau so viele, dass das Gefäß zu 42 Prozent voll ist. Dann fährt die Dose automatisch zur nächsten Station, wo blaue Perlen eingefüllt werden. Eine Gruppe von Schülern hat vorher an einem Smartphone eingestellt, wie viele Perlen von welcher Farbe im Gefäß sein sollen. Mit diesem Experiment lernen Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums etwas über technische Berufe.

Die Mobile Industriewelt, ein zweistöckiger Truck, macht in diesen Tagen an dem Sillenbucher Gymnasium halt. Im Inneren sind fünf Stationen aufgebaut, die Spaß an mathematischen und technischen Schulfächern und Berufen vermitteln sollen. „Damit wollen wir dem Fachkräftemangel im Mint-Bereich entgegenwirken“, sagt Peter Hörtz vom Bildungsnetzwerk Coaching4Future. Er ist mit dem Truck in ganz Baden-Württemberg unterwegs. „Mint bedeutet Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik“, erklärt einer der Zehntklässler zu Beginn.

Im Truck steht ein 3D-Drucker

An den Stationen bekommen die Zehntklässler einen Eindruck von den Tätigkeiten eines Ingenieurs. Der Truck stellt dafür zum Beispiel einen 3D-Drucker zur Verfügung. „Der ist extra offen, damit man auch sieht, wie er funktioniert“, sagt Hörtz. Aber wer eine kleine Figur drucken möchte, muss die Formen erst einmal digital gespeichert haben. Dafür gibt es einen Kopf aus Plastik und einen Handscanner. Während die Schüler den Scanner auf den Kopf halten, sieht man auf dem Bildschirm daneben, wie das Abbild des Kopfes Pixel für Pixel digital entsteht. „So lernt man schon mal die Programme kennen, mit denen in der Branche gearbeitet wird“, sagt Hörtz. Bis eine Figur in der Größe einer Streichholzschachtel gedruckt ist, dauert es ungefähr eine Stunde.

Der praktische Teil im Ausstellungsfahrzeug wird später noch durch einen theoretischen ergänzt. „Dann setzen wir uns noch mal zusammen und sprechen konkret darüber, was man wo studieren kann“, erklärt Hörtz.

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