Die Sängerin Sandra Pfeiffer veranstaltet ein Konzert für den guten Zweck. Foto: C. Holowiecki

Den Verlust ihres Babys vor der Geburt verarbeitete Sandra Pfeiffer in einem Song. Nun will sie auch anderen Eltern helfen, und zwar mit dem Musikprojekt „Herz ohne Grenzen“. Das erste Konzert ist am 5. Mai.

Sillenbuch - Es läuft. Die Backgroundsängerinnen haben das komplette Lied und eine Klavierspur schon bekommen, die Band übt fleißig, und die ersten Sequenzen des Videos sind auch schon im Kasten. Es ist viel in Bewegung bei Sandra Pfeiffer und ihren Musikerkollegen. „Herz ohne Grenzen“ ist gestartet.

Unter diesem Namen läuft das Benefizprojekt, das die 42-jährige Sillenbucherin ins Leben gerufen hat. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Spenden für den Verein Sternenbett zu sammeln; er unterstützt Eltern von Sternenkindern, das sind Mädchen und Jungen, die noch im Mutterleib, während oder kurz nach der Geburt sterben. Der Club übernimmt die Bestattungskosten für Familien, die sich das nicht leisten können. Sandra Pfeiffers Engagement kommt nicht von ungefähr. Auch sie und ihr Mann mussten den Verlust eines Kindes verkraften.

Startkapital kam über Crowdfunding zusammen

Tayos Herz hörte Ende der 35. Schwangerschaftswoche im Mutterleib auf zu schlagen. Den Schmerz verarbeitete die Sängerin der Band Love The Love mit dem Komponieren des Liedes „Herz ohne Grenzen“, aber auch mit offenen Gesprächen über ihren Schicksalsschlag und viel Aufklärung. „Ich lerne immer wieder Frauen kennen, die dasselbe erlebt haben. Fehlgeburten sind sehr häufig“, sagte sie in einem früheren Gespräch mit dieser Zeitung. Um möglichst vielen Betroffenen zu helfen, hatte Sandra Pfeiffer sich ein Konzept überlegt: „Herz ohne Grenzen“ als Titelsong weiterer Aktionen professionell aufnehmen, ein Video produzieren, dann Benefizkonzerte geben.

Das Startkapital kam über eine Crowd­funding-Kampagne zusammen, die am 31. März endete. Das englische Wort steht für ein Finanzierungsmodell, an dem sich sehr viele mit kleinen Summen beteiligen. 1500 Euro hätten es sein sollen, 1620 Euro sind’s letztlich geworden. „Ich habe schon daran geglaubt, aber als die Summe voll wurde, habe ich trotzdem einen Freudenschrei losgelassen“, sagt sie.

Die Musiker verzichten auf ihre Gagen

Der „Herz ohne Grenzen“-Zug rollt seither. Ende Mai, Anfang Juni soll das Video fertig sein, bereits zuvor, nämlich am Freitag, 5. Mai, findet im Clara-Zetkin-Haus in Sillenbuch das erste Konzert statt. Die Musiker, Naima aus Düsseldorf, Glorious Music aus Berlin und natürlich Love The Love verzichten bei diesem Singer-Songwriter-Abend auf ihre Gagen.

„Ich habe eine Gig-Ausschreibung gemacht, was unglaublich spannend war. Dann hatte ich die Qual der Wahl“, berichtet die Initiatorin freudig. Was ihr ebenfalls guttut: Zahlreiche Frauen haben sich bei ihr per E-Mail gemeldet. Frauen, die selbst eine Fehlgeburt hatten. „Sie haben sich bedankt, dass ich das Thema angesprochen habe. Sie haben sich unterstützt gefühlt.“

Konzert
Das Konzert startet am Freitag, 5. Mai, um 20 Uhr im Clara-Zetkin-Haus. Der Eintritt ist kostenfrei, Spenden gehen an Sternenbett. Weitere Infos unter www.sandramarija.com.

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