Während der Europameisterschaft 2024 begrüßte Stuttgart Touristen mit einem Schriftzug auf der Königstraße. Das nun beschlossene Stuttgart-Sign soll allerdings größer und mit LED-Modulen ausgestattet werden. Foto: Torsten Ströbele

Ein leuchtender Stuttgart-Schriftzug soll Stuttgart „instagramable“ machen. Um die Investition gab es hitzige Diskussionen.

Dass sich Touristen in Stuttgart „attraktiv in Szene“ setzen können, wie es in dem CDU-Antrag heißt, lässt sich die Stadt in den kommenden zwei Jahren 470 000 Euro kosten. Mit 30 Stimmen, 27 Gegenstimmen und drei Enthaltungen beschloss der Gemeinderat im Rahmen der Verabschiedung des Doppelhaushalts 2026/27, einen Zuschuss für ein so genanntes Stuttgart-Sign zu finanzieren. Umgesetzt werden soll es von der Stuttgart-Marketing GmbH.

 

Im Antrag der CDU ist nachzulesen, wie der große Stuttgart-Schriftzug, der auf dem Marktplatz stehen könnte, aussehen soll: Bestehend aus demontierbaren Buchstaben und mit LED-Modulen ausgestattet, soll er in verschiedenen Farbkombinationen leuchten und mit „lokal erzeugtem Solar- bzw. Ökostrom“ betrieben werden.

Dabei soll der Schriftzug kein Selbstzweck sein, sondern, verbreitet via sozialer Medien in alle Welt durch Touristen-Selfies, Marketingwirkung entfalten – und so mehr Touristen in die Stadt locken. Das sei – so die CDU – gerade in Zeiten zurückgehender Gewerbesteuereinnahmen wichtig. „Die Stadt verfügt noch immer über erheblich ungenutzte Chancen, um sich als attraktives Ziel für Gäste aus dem In- und Ausland zu positionieren“, heißt es im Antrag.

Vor der Abstimmung gab es eine hitzige Diskussion zu dieser Anschaffung. So sagte Tillmann Bollow von SPD/Volt, man müsse eher in die Stadt am Fluss investieren, um Stuttgart attraktiver zu machen. Matthias Oechsner von der FDP bewertete das Sign als „super Idee, die aber nicht in die Zeit passt“, die Idee sei derzeit „Quatsch“. Und Hannes Rockenbrauch vom Linksbündnis fand die Idee lächerlich und nicht nachhaltig. Auch Christoph Ozasek (Gruppe Puls) nannte es eine „Schnapsidee“.

Idee schon von 2019

Die Idee ist nicht neu, bereits 2019 brachte sie der damalige CDU-Stadtrat Carl-Christian Vetter nach einem Toronto-Besuch auf, wo er so ein übermannshohes Logo entdeckt hatte. Vetter hatte damals rund drei Meter hohe Buchstaben im Sinn. Für den Haushalt 2024/25 scheiterte die CDU mit einem entsprechenden Antrag an der ökosozialen Mehrheit. 

Als Standort kommen der Marktplatz beim Haus des Tourismus und perspektivisch der neue Manfred-Rommel-Platz beim Hauptbahnhof in Frage.

Die Entscheidung über das Stuttgart-Sign wird allerdings erst gültig, wenn der Haushalt am 19. Dezember komplett verabschiedet und später vom Regierungspräsidium genehmigt wird.