Der Neubau für die Kita an der Körschstraße in Stuttgart-Plieningen ist beschlossen. Das ist aber wohl zunächst nur ein schwacher Trost. Foto: Archiv Julia Bosch

Die Eltern des Körschkindergartens in Stuttgart-Plieningen haben ein schweres Los: Halten sie es noch eine Weile aus, dass ihre Kinder muffeln, wenn sie nach dem Kindergarten heimkommen? Oder sollen für die Kinder Ersatzquartiere gefunden werden?

Plieningen - So wie es aussieht, haben die Eltern eine Wahl, auf die sie liebend gern verzichten würde. Es geht um die Eltern, die ihre Kinder zum Körschkindergarten schicken. Die Plieninger Kita macht bereits seit Jahren eher negativ von sich reden. Seit Jahren beklagen Eltern, dass ihre Kinder muffeln, wenn sie nach Hause kommen. Mütter und Väter sorgten sich unter anderem wegen eines möglichen Schimmelbefalls in dem Gebäude.

Die Stadt hatte vor knapp fünf Jahren einen Gutachter kommen lassen, der allerdings Entwarnung gab: Er konnte keine Gefahr für die Gesundheit der Kinder und Erzieher feststellen. Was nichts daran änderte, dass es weiterhin unangenehm roch. „Die Geruchsbelästigung ist objektiv vorhanden“, sagt Heinrich Korn, der stellvertretende Leiter des städtischen Jugendamts. Es handele sich zwar um keine Schadstoffe, „aber der Geruch beeinträchtigt schon das Wohlbefinden“, sagt Korn.

Nun ist der Geruch wieder zurück

Mit einem speziellen Anstrich wurde der lästige Geruch damals eine Weile übertüncht, doch seit geraumer Zeit ist er wieder da. Also hat die Stadt den Gutachter erneut bestellt. Auch diesmal fand der Experte keine gesundheitsgefährdenden Stoffe in der Körschkita.

Doch die Eltern können sich nur schwer daran gewöhnen, dass ihre Kinder eingehüllt sind in den Mief. In dieser Situation ist es für sie sicherlich zunächst ein schwacher Trost, dass ein Neubau für den Plieninger Kindergarten beschlossene Sache ist. Im nächsten Doppelhaushalt für 2020/21 soll das Geld gesichert werden. Heinrich Korns Einschätzung nach müssten zwei bis zweieinhalb Jahre überbrückt werden.

Der Gutachter kommt zum Elternabend

Es ist nun wohl auch an den Eltern, einzuschätzen, ob sie diese Zeit noch durchhalten können. Die Mütter und Väter hatten sich gewünscht, einen Blick in das neue Gutachten zu werfen. Die Stadt winkt aber ab. „Wir haben keine guten Erfahrungen damit gemacht, wenn wir derlei Unterlagen herausgeben“, sagt Heinrich Korn. Solche Gutachten müssten stellenweise entsprechend interpretiert und einem Laien erklärt werden. Doch die Stadt versteht den vorhandenen Redebedarf und hat den Eltern der Plieninger Kindertagesstätte deshalb zugesagt, einen Elternabend mit dem Gutachter zu organisieren. Dieser soll zeitnah sein, sagt Heinrich Korn.

Der Gutachter wird den Müttern und Vätern unter anderem erklären, ob und wenn ja wie man dem Geruchsproblem Herr werden könnte. Sollte sich herausstellen, dass gegen den Geruch – der sich übrigens im Tragwerk des Gebäudes lokalisieren lässt – kein Gegenmittel gewachsen ist, werden die Eltern mit entscheiden müssen, ob sie ausharren oder ob sie stattdessen lieber eine andere Unannehmlichkeit auf sich nehmen würden. Diese wäre, dass für die Kinder Ersatzquartiere gesucht würden, bis der Neubau an der Körschsstraße in Plieningen fertig ist. „Das wäre aber auf jeden Fall mit längeren Wegen verbunden“, sagt Heinrich Korn.

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