Stuttgart-Plieningen/Möhringen Körschtalschüler ackern in den Sommerferien

Von Theresa Ritzer 

Birgit Erben und Kinder der Körschtalschule arbeiten auf ihrem Acker. Foto: Theresa Ritzer
Birgit Erben und Kinder der Körschtalschule arbeiten auf ihrem Acker. Foto: Theresa Ritzer

Schüler des Ganztagesprogramms der Körschtalschule aus Stuttgart-Plieningen pflanzen im Rahmen ihres Ferienprogramms Gemüse an – auf dem Reyerhof in Stuttgart-Möhringen. Dabei gibt es immer wieder Überraschungen.

Plieningen/Möhringen - Zwischen den Zucchini-Pflanzen wächst Unkraut in die Höhe. Oliver und Stephan nehmen jeder eine Hacke zur Hand. „Das muss alles raus“, sagt Stephan, am besten mit der Wurzel. Das Unkraut, das sie aus der Erde gezogen haben, werfen sie auf kleine, rote Schubkarren. Die schiebt Jasmin vom Feld und kippt das Unkraut auf einen Haufen neben dem Acker. „Hier findet jedes Kind etwas, das ihm Spaß macht“, sagt Iris Kötzle. Die ehemalige Erzieherin kam im Frühsommer auf die Körschtalschule zu und schlug das Ackerprojekt für die Schüler vor. „Ich habe solche Projekte schon häufiger gemacht“, sagt Kötzle. Meistens aber mit Kindergartenkindern. „Ich fand es schön, dass nun auch eine Schule mitmacht.“

Acker ist Teil des Kinderferienprogramms

Insgesamt elf Kinder arbeiten auf dem Feld, das dem Reiherhof gehört. Sie haben Kartoffeln und Mangold angepflanzt, außerdem wachsen auf dem Feld noch Mais, Bohnen und Zucchini. „Der Brokkoli braucht noch, bis wir ihn ernten können“, sagt Oliver. Die elf Kinder aus den Klassenstufen eins bis vier sind im Kinderferienprogramm der Körschtalschule. „Jede Woche steht dabei unter einem neuen Thema“, sagt Birgit Erben, die das Ganztagsprogramm der Schule leitet und auch die Kinder im Ferienprogramm betreut. „Diese Woche ist die Aktiv- und Naturwoche“, sagt Erben. „Da haben wir zum Beispiel das Blühende Barock in Ludwigsburg besucht.“ Und zum Abschluss der Woche ging es auf den Acker.

Ein Acker als Gegenpol zum Unterricht

Der kleine Gemüsegarten ist nicht nur Teil des Ferienprogramms. Die Kinder haben dort auch schon während des Schuljahrs gearbeitet. Im Ganztagsprogramm der Gemeinschaftsschule ist dafür immer der Donnerstagnachmittag reserviert. „Das ist der Projektnachmittag“, sagt Erben. Die Schüler können sich dabei aussuchen, was sie machen möchten. Neben dem Gemüsegarten gibt es Gruppen, in denen gerappt oder Fußball gespielt wird. „Mit den Projekten wollen wir einen Gegenpol zum Unterricht bieten“, sagt Erben. Es sei wichtig, dass die Kinder dabei auch einmal weg von der Schule seien. „Vor allem jetzt in den Schulferien.“

Auf dem Acker steht neben Unkraut jäten auch das Sammeln von Kartoffelkäfern auf dem Programm. „Von denen gibt es in diesem Jahr jede Menge“, sagt Erben. Am liebsten ernten die Kinder aber das gepflanzte Gemüse. „Heute Morgen waren es jede Menge Zwiebeln“, sagt Jasmin. Sie liegen aufgestapelt neben dem Feld. „Nachher machen wir eine Pizza“, sagt Erben, „mit dem eigenen Gemüse natürlich.“ Nur die Tomaten können sie nicht selber ernten.

Zucchini so groß wie ein Kinderarm

Dafür aber die Zucchini: „Die sind echt groß geworden“, sagt Vinzenz, während er mit der Hilfe von Iris Kötzle eine Zucchini von der Pflanze abschneidet. Das ist gar nicht so einfach. Als er es geschafft hat, präsentiert er die Zucchini stolz den anderen Kindern. Um sie zu festhalten, braucht Vinzenz dabei beide Hände. Die Zucchini ist nämlich so groß wie sein eigener Arm. Lena erntet in der Zwischenzeit ein Bündel Mangoldblätter.

Auch nach den Sommerferien werden die Kinder wieder auf den Acker gehen, um zu gießen, Unkraut zu jäten – und zu ernten. „Wir werden auf dem Acker auf jeden Fall weitermachen, bis alles Gemüse geerntet ist“, sagt Erben.

Redaktion Plieningen

Ansprechpartnerin
Julia Bosch
plieningen@stz.zgs.de

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