Der Körschkindergarten soll im September 2020 abgerissen werden. Foto: Jacqueline Fritsch

Im Jahr 2015 sind im Körschkindergarten in Stuttgart-Plieningen Schimmelsporen gefunden worden. Es steht fest, dass das Gebäude neu gebaut werden soll. Aber wann? Und die Eltern haben noch weitere Fragen.

Plieningen - Nach den Turbulenzen vor ein paar Jahren hat sich inzwischen offenbar vieles zum Guten gewandelt. So sagt es Claudia Lamtaoua, Elternbeirätin des Körschkindergartens. Es gebe mittlerweile genügend Erzieher, der Neubau der Kita sei beschlossen, und nach der Sanierung 2015 wurden keine neuen Schimmelsporen mehr gefunden. Trotzdem hat der Elternbeirat in diesem Jahr ein neues Gutachten wegen der Sporen beantragt – um ganz sicher zu sein. Schließlich müssen die Kinder ja noch anderthalb Jahre in dem alten Gebäude an der Körschstraße bleiben.

Beginn des Neubaus zögerte sich hinaus

Das Ergebnis der jüngsten Messung liegt noch nicht vor. 2015 wurden die gefundenen Schimmelsporen mit der Sanierung entfernt. Der unangenehme Geruch blieb zwar zurück, für die Kinder bestehe aber keine Gefahr, hieß es damals von der Stadt. Schön ist es in den alten Gemäuern trotzdem nicht. „In dem Gebäude war sogar ich schon im Kindergarten“, sagt die Elternbeirätin Sonja Schuldt. „Es muss dringend etwas Neues hin“, stimmt Claudia Lamtaoua zu. Der Beginn des Neubaus verzögert sich immer wieder. Der Abriss des alten Gebäudes ist derzeit für September 2020 geplant. Die Kinder von Claudia Lamtaoua und Sonja Schuldt werden deshalb nicht mehr vom Neubau profitieren. Trotzdem freuen sich die Eltern, dass er nach Jahren voller Sorgen kommt. „Der Neubau ist für alle gut, nur der Übergang wird schwierig für die Eltern“, sagt Lamtaoua. Denn wo die Kinder während der Arbeiten unterkommen, steht nicht fest. „Schön wäre eine Lösung in Plieningen“, sagt Lamtaoua.

Erweiterung von zwei auf sechs Gruppen

Im Neubau soll es künftig 35 Ganztagsplätze für Kinder zwischen null und drei Jahren sowie 50 Ganztagesplätze für Drei- bis Sechsjährige geben. Bisher werden 44 Kinder zwischen drei und sechs Jahren in zwei Gruppen bis 13.30 Uhr betreut. Die Erweiterung von zwei auf voraussichtlich sechs Gruppen plant die Stadt, obwohl die Kita 2017 beinahe wegen Personalmangels geschlossen werden musste.

Auf Anfrage unserer Zeitung schreibt die Stadt dazu lediglich: „Die deutliche Ausweitung des Angebots durch mehr Betreuungsplätze und die Erweiterung der Öffnungszeiten durch den Ganztagsbetrieb führt auch zu einem höheren Personalbedarf.“ Wie dieser gedeckt werden soll, bleibt derweil unklar.

Die Eltern treibt aktuell etwas anderes um: „Die Frage ist, ob sich überhaupt genug Kinder anmelden“, sagt Lamtaoua. „Es will sich nicht wirklich jemand anmelden, wenn er nicht weiß, wie es weitergeht.“ Damit meint sie einerseits die Ungewissheit, wo die Kinder während der Bauzeit unterkommen, andererseits die Kommunikation zwischen Eltern und Stadt. „Mittlerweile bekommen wir schon Antworten, wenn wir nachfragen, aber wir müssen eben immer fragen“, meint Sonja Schuldt. „Es wäre gut, wenn man mal einen Elternabend mit der Stadt machen würde, damit man über alles reden kann“, sagt Lamtaoua.

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