Stuttgart-Plieningen Mal ist die Postfiliale offen, mal ist sie zu

Von Julia Bosch 

Oft hängen Zettel an der Tür, dass spontan nicht geöffnet werden könne. Foto: Julia Bosch
Oft hängen Zettel an der Tür, dass spontan nicht geöffnet werden könne. Foto: Julia Bosch

Anwohner aus Stuttgart-Plieningen und mehrere Rezensenten im Internet sind sauer: Die Filiale der Postbank am Wollgrasweg hat zuletzt immer wieder spontan über Wechsel der Öffnungszeiten informiert. Nun soll es aber wieder besser werden.

Plieningen - Wer in Plieningen bei der Postbankfiliale am Wollgrasweg ein Paket abgeben will, der braucht mitunter mehrere Anläufe. „Einmal war ich drei Tage in Folge da, bis ich mein Paket endlich losgeworden bin“, berichtet Hans-Jörg Ostertag. „Montags hing ein handgeschriebener Zettel an der Tür, dass am Nachmittag spontan leider geschlossen sei, am Dienstag war es dasselbe. Mittwochnachmittags hat die Filiale sowieso immer zu, aber am Vormittag konnte ich es dann endlich abgeben.“ Dass solche Fälle keine Seltenheit sind, wird deutlich, wenn man sich im Bezirk umhört. Die Plieningerin Sabine Reith berichtet: „In letzter Zeit hing wirklich sehr oft spontan ein Zettel an der Tür, dass die regulären Öffnungszeiten nicht eingehalten werden.“

Auch die Rezensionen im Internet sprechen für sich. Zwar hat beinahe keine Postfiliale in Stuttgart eine wirklich gute Bewertung, doch die Kritiken in Plieningen sind besonders schlecht. So berichtet eine Nutzerin: „Man steht in den Öffnungszeiten oft vor verschlossener Tür und dazu ist der Briefmarkenautomat ständig außer Betrieb, sodass man sich völlig umsonst auf den Weg macht.“

Kunden befürchten anstehende Schließung

Ein anderer Kunde schreibt, dass man entweder „ewig lange“ Wartezeiten über sich ergehen lassen müsse oder dass die Filiale mal wieder kurzfristig geschlossen sei. Manchmal würden die Lieferungen dann sogar wieder zurückgeschickt werden, weil man sie aufgrund der kurzfristigen Öffnungszeitenwechsel nicht rechtzeitig abholen könne. Und ein Dritter schreibt kurz und bündig: „Unfreundlich. Lange Wartezeit und ständig geschlossen. Verdienen nicht mal einen Stern.“

Hans-Jörg Ostertag hat den Eindruck, dass die Mitarbeiter der Filiale am Wollgrasweg immer dann einspringen müssten, wenn in irgendeiner anderen Filiale Mitarbeiter fehlten: „Es kann doch nicht sein, dass Plieningen immer benachteiligt wird“, sagt er. Schließlich habe die Post in der Ortsmitte bereits vor einigen Jahren geschlossen. Wenn nun beispielsweise ein älterer Mensch mit einem schweren Paket extra mit dem Bus an die Garbe fahre und dann vor verschlossener Tür stehe, sei das nicht zumutbar: „Ich glaube mittlerweile, dass die Kunden darauf vorbereitet werden sollen, dass die Filiale am Wollgrasweg ebenfalls bald schließt“, sagt er.

Postbank entschuldigt sich

Eine Nachfrage bei der Zentrale der Postbank in Bonn räumt zumindest diese Befürchtung aus dem Weg. Eine Schließung stehe nicht bevor, versichert die Pressesprecherin Iris Laduch-Reichelt. Es sei aber richtig, dass vor allem im Oktober die Plieninger Filiale nicht immer planmäßig geöffnet hatte: „Die Kräfte dort haben die Mitarbeiter in der Filiale an der Böblinger Straße in Stuttgart-Süd unterstützt.“

Im Stuttgarter Süden sei im Oktober das Aufkommen an Paketen und Päckchen, die nicht sofort zugestellt werden konnten, enorm angestiegen. Dies habe zu einem hohen Andrang an Kunden geführt, die ihre Lieferungen im Nachhinein in der Filiale abholen wollten. „Mittlerweile konnten wir das Personal an der Böblinger Straße dauerhaft verstärken, sodass die Postbank ihren Kunden nun in beiden Filialen akzeptable Warte- und stabile Öffnungszeiten bieten kann“, sagt die Sprecherin. Für die Einschränkungen, die den Kunden in Plieningen dadurch entstanden seien, entschuldige sich die Postbank ausdrücklich.

Redaktion Plieningen

Ansprechpartnerin
Julia Bosch
plieningen@stz.zgs.de

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