Eidechsen müssen gerettet werden, bevor irgendwo gebaut wird. Foto: dpa

Die Deutsche Bahn gibt Millionen Euro aus, um Eidechsen umzusiedeln, die Stuttgart 21 in die Quere kommen. In das Habitat in Stuttgart-Plieningen sollen in den kommenden Monaten weitere Reptilien hinzukommen.

Plieningen - Bereits seit anderthalb Jahren leben an der Echterdinger Straße in Plieningen sieben Eidechsen. Zumindest wurden im Herbst 2017 sieben Tiere dorthin umgesiedelt. Ob diese Eidechsen noch leben oder, ob sie sich möglicherweise sogar vermehrt haben, weiß keiner genau. Grund für den Umzug auf die 65 Meter mal 75 Meter große Fläche waren die Bauarbeiten für das Bahnprojekt Stuttgart 21. Und laut einem Sprecher der Deutschen Bahn sollen voraussichtlich im Herbst 2019 oder im Frühjahr 2020 weitere Zauneidechsen auf dieses Areal gebracht werden.

Eidechsenumsiedlungen können immer nur zwei Mal im Jahr in kurzen Perioden durchgeführt werden: im Frühjahr vor der Eiablage und im Spätsommer vor der Winterstarre. Für Stuttgart 21 wurden bereits mehrere Tausend Eidechsen umgesiedelt. Die Reptilien sind streng geschützt und müssen an einen sicheren Ort gebracht werden, bevor irgendwo gebaut wird.

Die Eidechsen sind teuer für die Bahn

In Plieningen kamen die Reptilien den Bauarbeiten im Bereich der Autobahnböschung zwischen dem Hattenbach und dem Frauenbrunnenbach in die Quere. Deshalb wurde für sie ein neues Habitat an der Echterdinger Straße errichtet. Dieses wurde damals so umzäunt, dass die Tiere nicht zurückwandern können. Auf dem Areal wächst überwiegend magere Vegetation sowie blütenreiche Saumvegetation: eine Umgebung, in der sich Eidechsen wohlfühlen. Sie ernähren sich von Würmern, Insekten, Spinnen und Ameisen.

Auf die Frage, wie gut das neue Habitat in den vergangenen anderthalb Jahren von den Eidechsen angenommen wurde, sagt der Sprecher der Bahn lediglich: „Bei einem Monitoring im Jahr 2018 konnten dort Zauneidechsen nachgewiesen werden. Die Fläche ist voll funktionsfähig und wird fortlaufend durch die Bahn gepflegt und instand gehalten.“ Der Umgang mit den Reptilien komme die Bahn teuer zu stehen: „Inklusive Planungen, Gutachten, mehrjährigem Monitoring, Fangaktionen, aufwendige Sicherung der abgesammelten Flächen gegen erneute Besiedlung und Grunderwerb oder Pacht kostet die Umsiedlung einer Eidechse im Bahnprojekt Stuttgart–Ulm zwischen 2000 und 4000 Euro.“

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