In der Komödie geht es um Profitstreben, Verfallsmentalität und die Liebe. Foto: Bühne U14/2 (z)

Die Bühne U 14/2 begeistert mit schräger Komödie von Jutta Grolitsch.

Neugereut - Die kategorische Anweisung im Titel der Komödie von Jutta Grolitsch, die am Samstagabend bei der „Bühne U 14/2“ im Ökumenischen Zentrum Neugereut Premiere hatte, lautete „Ab in den Container“. Vor diesem Behälter für Lebensmittel, die im Supermarkt des Andreas Mehlbichler (autoverliebt und beziehungsscheu: Rene Bauer) nicht mehr verkauft werden dürfen, versammelten sich schlussendlich die acht Akteure des zeitkritischen Stückes zum finalen Aufrüttelchor gegen Profitstreben und Verfallsmentalität. Vorher aber hatten sie ein amüsantes und spannendes Lustspiel geboten, das mit Witz, Gefühlsaufwallungen und Slapstick-Komik um das siebte Gebot (Diebstahl!) und die Liebe unter den Menschen kreiselte und verdienten Beifall erhielt.

Schlawiner par excellence

Wie ausgefuchste Feldherren verteidigten Otto von Treyspitz (aufrechter Adel a. D.: Jochen Schmidt) und Charly Merk (Schlawiner par excellence: Matthias Bogoslawski) als preußisch-sächsische Entente den Abfallbehälter und ihren Anspruch auf das, was sonst an die Schweine des Bauern Anton (rustikal-geradlinig: Herbert Gräßer) verfüttert würde. Notfalls wird mit einem knochenharten Baguette zugeschlagen oder für den „Hauptwachtmeester“ Marlene (souverän und menschlich: Mariele Peitz) ein Kasperletheater im Container aufgeführt, um diesen als „sozial-karitativen Treffpunkt“ zu legitimieren. Dieses Tun kann auch die Streetworkerin Schwester Colette (unbeirrt auf dem rechten Weg: Christine Leßmeister) absegnen, zusammen mit ihren Schützlingen Felizitas (rotzfrech: Juliane Peitz) und Chantal (zum Knuddeln: Bianca Futterer) bei der gemeinsamen „Vesper“ und ihrer „Danke!“-Liedvariation.

Richtig poetisch wurde die Supermarktszene schließlich durch die heimliche Liebe von Franz (begeisterungsfähig und vergeistigt: Felix Aamot) zu seiner Kollegin Ingrid (hoffnungsgeleitete Dulderin: Brigitte Schaupp) an der Supermarktkasse.

Brandstiftung verhindert

Wenn Franz auf die Leiter stieg, um ein Gedicht vorzutragen, ließ der Spielleiter (Kilian Bezold) den Beleuchter (Claus Neumann) die Bühne abdunkeln, damit, zum Beispiel, Hoffmannsthals „Die Beiden“ allen Zuhörern auch wirklich ans Herz gehen konnte. Die Nachbarin Frau Hopp (glaubwürdig verärgert: Nana Rogara) brachte die raue Realität zurück ins Spiel mit einem Benzinkanister, um alles abzufackeln. Natürlich konnte sie gestoppt und bekehrt werden – und so wird die demente Hermine (makellos: Suse Mandl) weiterhin dort Shortbread und Earl Grey für den Besuch der Queen bei sich besorgen können.

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