Prall gefülltes Programm in der Stuttgart-Nacht Foto: Lift

Anette Taube vom Stadt-Magazin „Lift“ hat die Stuttgart-Nacht maßgeblich mitentwickelt. Im Interview sagt sie, was Besucher in der diesjährigen Stuttgart-Nacht am 20. Oktober erwartet.

Stuttgart - Die Stuttgart-Nacht ist die kleine Schwester der langen Nacht der Museen. Beide Nächte gehen auf eine Initiative des Stadt-Magazins „Lift“ zurück. Fragen an die Macherin Anette Taube (50).

Frau Taube, wie und wann ist die Stuttgart-Nacht entstanden?

Die erste Stuttgart-Nacht fand 2002 statt. Es war ganz einfach so, dass viele Kulturveranstalter auf uns zugekommen sind, die die Lange Nacht der Museen toll fanden, die wir seit 1999 ausrichten. Sie haben nach einer Möglichkeit gesucht, sich ebenfalls einem größeren Publikum zu präsentieren. So haben wir das Format der Stuttgart-Nacht entwickelt, die anfangs übrigens noch Kulturnacht hieß. Anders als bei der Langen Nacht der Museen, die es auch in Berlin gibt, hatten wir für die Stuttgart-Nacht kein Vorbild. Das ist eine lokale Erfindung.

Was ist das Besondere daran?

Die Idee ist, Besuchern eine unkomplizierte Möglichkeit zu bieten, in viele verschiedene kulturelle Angebote der Stadt reinzuschnuppern, die sie vielleicht noch nicht kennen. Bei der Stuttgart-Nacht haben Besucher die Möglichkeit, an einem Abend mit einem Ticket mehr als 60 Theater, Liveclubs, Kinos, Kirche und ihre Angebote zu erleben. Für die Kultureinrichtungen ist das umgekehrt eine tolle Möglichkeit, sich zu öffnen und neue Besucher zu gewinnen.

Das Programm ist also genreübergreifend?

In der Tat. Von vielem gibt es etwas: Theater, Tanz, Konzerte, Stadtgeschichte. Eine Besonderheit sind auch die Stadtspaziergänge zu verschiedenen Themen. Oder das Programm im Landtag und im Rathaus. Einige der Angebote sind nicht in klassischem Sinne Kultur, werden in der Stuttgart-Nacht aber immer sehr gut angenommen. Nach wie vor stehen aber natürlich Kultureinrichtungen im Blickpunkt dieser Nacht.

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Was ist diesmal neu und ungewöhnlich?

In diesem Jahr feiern 13 Teilnehmer ihre Stuttgart-Nacht-Premiere. Besonders spannend ist sicher das Oberlandesgericht. Die Richter, Staatsanwälte und Mitarbeiter dort haben viele Ideen entwickelt. Besucher können dort einer Gerichtszeichnerin bei ihrer Arbeit zuschauen, ein Juristenkabarett erleben oder einem Vortrag zu skurrilen Rechtsfällen lauschen.

Was bedeutet die Stuttgart-Nacht für die Stadt?

Stuttgart präsentiert sich mit der Stuttgart-Nacht wie so oft als weltoffene Stadt. Die Stuttgart-Nacht bietet nämlich auch ein großes interkulturelles Angebot, von Bollywood im Rathaus über das Angebot des Instituts français bis hin zum Ungarischen Kulturinstitut. Eine wunderbare Gelegenheit auch für Menschen, die neu in Stuttgart sind, sich ein Bild von der Stadt zu machen und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sie tickt.

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