Am Samstag ist ein Jurist aus Tübingen in Venedig bei einem Gondelunfall ums Leben gekommen Foto: ANSA

Richter und Angestellte des Oberlandesgerichts (OLG) Stuttgart haben am Montag mit Betroffenheit und Anteilnahme auf den Unfalltod ihres früheren Kollegen Joachim V. reagiert.

Stuttgart/Venedig - Richter und Angestellte des Oberlandesgerichts (OLG) Stuttgart haben am Montag mit Betroffenheit und Anteilnahme auf den Unfalltod ihres früheren Kollegen Joachim V. reagiert. Das sagte der Sprecher des Gerichts. Der 50-jährige Jurist V. war am Samstag in Venedig bei einem Gondel-Unglück ums Leben gekommen.

Joachim V. war vom 1. Januar 2001 bis zum 31. Mai 2012 Richter am OLG. Er saß im 1. Strafsenat, der unter anderem für die Auslieferung von Personen, die im Ausland per Haftbefehl gesucht werden, zuständig ist. Der Senat ist auch Berufungsinstanz, wenn Deutsche im Ausland zu Haftstrafen verurteilt werden, diese aber in Deutschland absitzen wollen.

Seit 2000 lehrte V. in Tübingen als Professor Strafrecht. Als er 2012 einem Ruf an die Uni München folgte, gab er auch die Teilzeitstelle beim OLG Stuttgart auf und wechselte zum OLG München. Den Wohnort Tübingen behielt die Familie jedoch bei. „Wir sind geschockt, vor allem aber tief betroffen von seinem Tod“, sagte der Münchner Universitätspräsident Bernd Huber am Montag.

Die dreijährige Tochter wurde bei dem Unglück am Samstag am Kopf verletzt; die Ehefrau von V. und die beiden Söhne blieben bei der Kollision der Touristengondel mit einem Vaporetto auf dem Canal Grande unverletzt. Venedigs Bürgermeister Giorgio Orsoni kündigte am Montag an, private Gondeln sollten nur noch zu bestimmten Zeiten fahren, da der öffentliche Personenverkehr der Vaporetti Vorrang habe. Der Canal Grande gehört zu Italiens meistbefahrenen Wasserstraßen.

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