Sie haben Spaß: DJ Andreas Vogel und Moderatorin Sara Dahme. Drei der Kunsträtsel der beiden, können Sie in unserer Bildergalerie lösen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Wer hätte es gewusst? Die großen Stuttgarter Museen haben zu einem vergnüglichen Museumsquiz geladen, der manche Überraschung hervorbrachte. In unserer Bildergalerie können Sie mitraten.

Stuttgart - Frage: Wie werden im Naturkundemuseum die Knochenfunde von Fleischresten und Fett gereinigt? Mit Waschpulverlauge? Mit Speckkäfern? Oder gräbt man die Funde in einen Ameisenhaufen ein, damit die kleinen Krabbler sich den Bauch vollstopfen können? Eigentlich will man sich die Wahrheit gar nicht so genau vorstellen. Denn bevor die Restauratoren des Stuttgarter Naturkundemuseums alte Knochen präparieren und in die Vitrine legen, kommen tatsächlich tierische Helfer zum Einsatz: nicht Ameisen, sondern Speckkäfer, hungrige Insekten, die wirksamer sind als jedes Reinigungsmittel.

Mit angelernten Fakten kam man hier nicht weit

Wer hätte es gewusst? Beim Museumsquiz lagen zumindest einige glatt daneben. Zum ersten Mal haben die sieben großen Stuttgarter Museen eingeladen zu einem vergnüglichen Abend. In der Freilich-Arena am Mercedes-Benz Museum konnten Teams ihr Wissen testen und über eine App damit Punkte sammeln. „Ein Haufen Bildung ist in diesem Fall sinnvoll“, warnte die Kunstvermittlerin und Moderatorin Sara Dahme zu Beginn, aber mit angelesenem Wissen, Zahlen, Fakten, Daten kam man nicht weit. Denn in den Büchern erfährt man vermutlich nicht, was der badische Abgeordnete Johann Michael Scheffelt mitnahm, als er 1849 nach Amerika auswanderte – keinen gravierten Weinkelch, auch keinen Bollenhut, sondern schlicht eine Brezel. Im Haus der Geschichte Baden-Württemberg kann man sie besichtigen.

Sogar ein Teller mit Bild der Kronprinzessin Olga konnte man gewinnen

Das Team Habibtis hat vermutlich sogar das gewusst, so, wie die beiden jungen Frauen offenbar viel zu wissen scheinen über die Stuttgarter Museen, zumindest haben sie prompt die ersten beiden Fragerunden gewonnen und durften auf der Bühne bei Sara Dahme ihre Preise abholen: Tüten prall gefüllt mit guten Gaben aus den sieben Museen – darunter einen Plastik-T-Rex, einen Olga-Teller, Kugelschreiber, Freikarten fürs Museum und sogar das Brettspiel „Schauplatz Südwest“ vom Haus der Geschichte. Die beiden Gewinnerinnen freut es, denn sie spielen gern. Deshalb sind sie auch zum Mercedes-Benz Museum gekommen. Warum Sie sich so gut auskennen? „Wir waren selber überrascht, dass wir gleich zwei Mal gewonnen haben.“

Für jedes Museum die passende Musik

Das sommerliche Wetter hatte seinen Anteil daran, dass es ein schöner Abend wurde, wobei auch der DJ Andreas Vogel mit Gute-Laune-Musik unterhielt. Er hatte auch passende Jingles zu den Museen ausgesucht: für die Staatsgalerie Stuttgart ein Song zu Pablo Picasso, für das Kunstmuseum Stuttgart David Bowies „Andy Warhol“ oder zum Haus der Geschichte Baden-Württemberg immer wieder den Refrain „Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran“ von Fehlfarben. Den Hit aus den frühen Achtzigerjahren werden die jüngeren Teilnehmerinnen und Teilnehmer vermutlich noch nie gehört haben.

Ein 400 000 Jahre alter Mammut-Stoßzahn wurde auf die Bühne gerollt

Es gab also auch in Sachen Musik einiges zu lernen. Aber auch Sara Dahme als auch die Vertreter der Museen hatten interessante Informationen im Angebot. So wurde sogar eigens ein eingegipster Stoßzahn aus dem Rosenstein-Museum auf die Bühne gekarrt, der von einem 400 000 Jahre alten Mammut stammt, das man in Cannstatt gefunden hat. Was man frisch aus dem Boden geholt hat, wird von den Wissenschaftlern immer zunächst eingegipst – damit nichts zerfällt, bevor es in Ruhe im Labor präpariert werden kann.

Das Format ist anregend und informativ

Aber es waren auch technische Fertigkeiten gefragt – um auf dem Smartphone Gegenstände, die sich im Haus der Geschichte befinden, in die richtige zeitliche Abfolge zu bringen: Sensen, Kuckucksuhr, ein Plakat von Klaus Staeck und ein Lagerfeld-Teddybär in limitierter Auflage. Seit dem Tod des Modedesigners sei der ursprüngliche Preis von 1000 Euro deutlich in die Höhe geklettert, erzählt der Ausstellungsleiter Rainer Schimpf.

Zugegeben, etwas mehr Tempo, mehr Fragen und weniger Geplänkel zwischendurch hätten dem Abend gutgetan, der auch wegen technischer Probleme mit drei Stunden arg lang geriet. Das Format selbst aber darf gern wiederholt werden, weil es anregt und informativ zugleich ist. Das fanden denn auch die beiden Gewinnerinnen vom Team Habibtis. „Das Format Museumsquiz ist gut“, sagen sie, „weil man Museen aus einem anderen Blickwinkel kennenlernt.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: