Seit Juni 2018 kann die neue BMX-Supercross-Strecke genutzt werden. Foto: Stuttgart (z)

Seit Juni vergangenen Jahres ist die BMX-Supercross-Strecke auf dem ehemaligen Tennenplatz des VfR Cannstatt in Betrieb. Statt knapp einer Million kostet die Bahn jetzt 1,4 Millionen Euro.

Münster - Auf dem ehemaligen Tennenplatz des VfR Cannstatt entstand im vergangenen Jahr eine moderne BMX-Supercross-Strecke. Bund, Land und Stadt teilten sich die Kosten in Höhe von 905 000 Euro. Im Juni 2018 wurde die Strecke eingeweiht, in diesem Jahr wird auf dem Gelände die Deutsche Meisterschaft ausgetragen. Allerdings musste nachgearbeitet und ergänzt werden, was zu Mehrkosten geführt hat. Letztlich entstanden für die Anlage 524 700 Euro Mehrkosten, die die Stadt aufbringt. Der Verwaltungsausschuss stimmte der Deckung der Kosten zu. Ein Nachtragsgesuch bei Bund und Land zur Aufstockung der Fördermittel wurde gestellt, eine Antwort steht noch aus.

Der Baubeschluss fiel am 5. April 2017. Die BMX-Supercross-Strecke wurde nach den Plänen von Karajan Ingenieure-Ingenieurgesellschaft mbH hergestellt. Die deutschlandweit einzigartige Bahn ist 423 Meter lang, bietet verschiedene Hindernisse und Hinderniskombinationen in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen bis hin zu World-Cup-Niveau. Vier Geraden, drei asphaltierte Steilkurven und Hügel, die Sprünge von bis zu 13 Metern ermöglichen, entsprechen internationalem Standard. Die beiden Startrampen, eine fünf, die andere acht Meter hoch, sind europaweit einzigartig und locken daher auch internationale BMX- und Supercross-Athleten an. Nach dem Start sind dadurch Geschwindigkeiten von bis 60 Stundenkilometern möglich. Die Bahn ist Bundesstützpunkt Radsport BMX Race und an die BMX-Union Stuttgart vermietet. Genutzt werden kann sie auch von Breitensportlern.

Mehrkosten nicht vermeidbar

„Aufgrund der fehlenden Erfahrungswerte der beteiligten Firmen sowie der Einzigartigkeit dieses Sonderbauvorhabens traten im Rahmen der Realisierung mehrfach nicht kalkulierbare Problemstellungen auf, deren Lösung und Umsetzung im Rahmen der Baumaßnahme zwingend notwendig waren, um die Funktionsfähigkeit der Anlage zu ermöglichen“, werden die Mehrkosten in der Vorlage für den Gemeinderat begründet. „Die dabei entstandenen Mehrkosten waren unvermeidbar.“ Es mussten insbesondere zusätzliche asphaltierte Flächen als Aufstellorte fürs Fahrtechniktraining einzelner Segmente der Anlage hergestellt und zusätzliche Elemente wie Schutzwände zur Geländesicherung aufgestellt werden. Erweitert werden musste auch die Beleuchtungsanlage.

Nacharbeiten im Frühjahr

Die Anpassungen seien notwendig gewesen, damit Kaderathleten des Olympiastützpunktes und Vereine einen effizienten Trainingsbetrieb durchführen können. „Verschiedene Nacharbeiten wie die Asphaltierung des ersten Absprunghügels und die Bepflanzung der Streckenumgebung mussten auf den Herbst und das Frühjahr verschoben werden, so dass eine Kostenzusammenstellung der Gesamtbaukosten erst jetzt möglich ist“, schreibt Sportbürgermeister Martin Schairer in der Vorlage. Die Mehrkosten seien insbesondere aufgrund der stark erhöhten Preise für die notwendigen Erdarbeiten und der allgemeinen Steigerung des Baukostenniveaus in nahezu allen Gewerken verursacht worden.

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