Die beliebte Aussichtsfläche am Schnarrenberg unterhalb der Wetterstation erhält wieder eine Hütte. Foto:  

Die Holz-Ziegel-Konstruktion ist als Ersatz für die abgebrannte Nollhütte auf dem Schnarrenberg geplant. Das Baugesuch soll bis zum Herbst vorbereitet werden.

Karl-Heinz Lehrer vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt (GFF) hatte gleich drei Themen für den Bezirksbeirat Münster im Gepäck: Es ging um den aktuellen Stand zur Nollhütte, zum Tapach-Link und den Neckarterrassen. Die gute Nachricht: Anstelle der im März 2018 abgebrannten Nollhütte soll jetzt doch ein Weinberghaus am Aussichtspunkt gebaut werden. Allerdings kann es noch dauern, bis das Vorhaben umgesetzt wird.

 

Nollhütte wurde im März 2018 niedergebrannt

Lange Zeit wurde um einErsatz für die Nollhüttegerungen. Der Bezirksbeirat forderte eine Hütte an dieser markanten Stelle, das GFF wollte nur Sitzmöglichkeiten anbieten. Jetzt hat man sich innerhalb der Verwaltung – das Amt für Umweltschutz stimmte zu – auf ein Weinberghaus geeinigt, eine stabile Holz-Ziegel-Konstruktion mit Ziegeldach und Holzfachwerk. Ein Abbrennen wie bei der Nollhütte sei deutlich erschwert, versicherte Lehrer, der das Vorhaben gerne früher realisiert hätte. Personelle Engpässe im Amt haben jedoch seinen Zeitplan verzögert. Das Baugesuch soll bis Herbst vorbereitet werden. Lehrer kann jedoch nicht sagen, wann der Bau und die Umsetzung durch das Hochbauamt erfolgen. Auch das Hochbauamt sei ausgelastet.

Gelände inzwischen stark verwachsen

Klarer ist der Zeitplan beim Tapach-Link, eine Verbindung von der äußeren Austraße hoch zum Schnarrenberg und weiter ins Tapachtal, die zum Naturbeobachtungsraum werden soll. Dort waren einmal Gärten und eine alte Hütte. Inzwischen ist das Gelände stark bewachsen. Erste Rückschnittmaßnahmen für eine Baustraße sind erfolgt. Die Fläche wird erschlossen, die maroden Treppen und alten Mauern wieder hergestellt sowie Bäume gepflanzt. „Inzwischen sind dort auch Eidechsen gesichtet worden“ , berichtete Lehrer. Die Fläche werde jedoch so gestaltet, dass die Tiere sich nicht wohlfühlen.

Im August soll mit dem Säubern des Grundstücks begonnen werden. Die Rodungsarbeiten stehen ab Februar kommenden Jahres auf dem Zeitplan, anschließend wird der Naturbeobachtungsraum hergestellt. Fertigstellung wäre dann im Sommer 2023. Das Gelände sei so steil, dass sie für Partys nicht attraktiv sei, meinte Lehrer zur Befürchtung des Bezirksbeirates, dass die Aussichtsfläche auch Feierwillige anlocken könnte. Schon jetzt würden dort trotz Verbot viele Pkws gesichtet. Dietmar Bulat (SPD) regte an, schon bei der Planung daran zu denken, Besucherströme so zu lenken, dass das Kleinod nicht niedergetrampelt werde.

Neckarterrassen in drei Bauabschnitten realisiert

Noch länger dauert die Realisierung der Neckarterrassen, die zum Projekt Uferpark Austraße gehören. Die Weinbergmauern werden trittsicher und begehbar gemacht, teilweise erneuert und Sitzgelegenheiten geschaffen. Dies erfolgt in drei Bauabschnitten, da die Mauern immer nur zu bestimmten Zeiten abgebaut werden können. Und wieder sind Eidechsen der Auslöser. „Wenn sie Eier legen, kann nicht gearbeitet werden.“ Alternative wäre gewesen, die Eidechsen zu vergrämen, alles einzuzäunen und am Stück zu bauen. Man hat sich für drei Bauabschnitte entschieden. „Es ist natürlich ärgerlich, dass jetzt alles ein Jahr länger dauert“, so Karl-Heinz Lehrer. Der Rückbau im Bauabschnitt 1 ist bereits erfolgt.