Von Blumen über Kaffee bis hin zu T-Shirts: In Möhringen ist die Auswahl an fair gehandelten Produkten groß. Foto: dpa

Seit 2012 ist Stuttgart-Möhringen Fairtrade-Stadtbezirk. Nun wird die Auszeichnung für zwei weitere Jahre verlängert. Die Eine-Welt-Gruppe plant etwas Besonderes.

Möhringen - Seit Dezember 2012 ist Möhringen als Fairtrade-Stadtbezirk zertifiziert. Diesen Dezember wird das Siegel für zwei weitere Jahre erneuert. „Wir freuen uns über diese Anerkennung für unsere Arbeit“, sagt die Gemeindediakonin Birgit Keyerleber von der Eine-Welt-Gruppe der evangelischen Kirchengemeinde Möhringen. Fairtrade bedeutet, dass die Produzenten und Arbeiter vor Ort in Südamerika, Afrika oder Asien faire Löhne für ihre Arbeit und ihre Produkte bekommen. Damit können sie ein würdiges Leben führen und ihren Kindern eine Schulbildung ermöglichen. Langfristige Handelsbeziehungen und die Unterstützung von Bio-Anbau sind ebenfalls Teil des Konzepts.

Elf Ehrenamtliche wirken in der Eine-Welt-Gruppe in Möhringen mit, verkaufen beispielsweise fair gehandelte Produkte alle 14 Tage auf dem Wochenmarkt und bei Stadtteilfesten. Auch in Seniorengruppen oder Einrichtungen wie dem Pflegezentrum Bethanien sind die Ehrenamtlichen tätig, informieren über den Fairtrade-Gedanken und bieten ihre Ware an. Veranstalter können die Gruppe anfragen, ob sie bei ihren Festivitäten oder Märkten faire Produkte verkaufen.

Gibt es bald fair gehandelten Möhringer Kaffee?

Auch beim Möhringer Herbst am 14. Oktober ist die Eine-Welt-Gruppe dabei. „Natürlich bringen wir wieder etwas zum Verkosten mit“, sagt Birgit Keyerleber. Neu im Sortiment sind Trockenfruchtriegel mit den Namen Emma, Lotte oder Oskar, vertrieben von der Marke Welt-Partner. Sie sind vegan und ohne Getreide.

Nachdem es bereits Möhringer Fairtrade-Schokolade, erkennbar am Spitalhof auf dem Logo, gab, überlege man nun, einen Möhringer Kaffee anzubieten, verrät Birgit Keyerleber. Welche Röstung dieser haben wird, ist noch nicht entschieden. Aber: Die Etiketten sollen von Mitarbeitern einer Behindertenwerkstatt in Ravensburg gestaltet werden. Der Kaffee soll selbstverständlich fair gehandelt sein.

Einen eigenen Weltladen gibt es in Möhringen nicht. Und das ist auch nicht geplant. „Wir arbeiten mit dem Weltladen in Vaihingen zusammen, das funktioniert gut“, sagt Birgit Keyerleber. Von dort bekommen sie und ihre Mitstreiter die Waren, die sie in Möhringen verkaufen, „wir sind sozusagen eine Filiale des Vaihinger Weltladens“. Zudem werden fair gehandelte Produkte in diversen Läden im Stadtbezirk verkauft, beispielsweise auf dem Reyerhof oder im Cap-Markt auf dem Fasanenhof. Eine Übersicht bietet der Einkaufsführer, den es im Bezirksamt, Maierstraße 1, gibt, oder als Download unter www.stuttgart.de/fairtrade-moehringen. Einzelhändler, Gastronomen, Vereine oder Schulen, die die Fairtrade-Kampagne unterstützen möchten, können sich ebenfalls an das Bezirksamt wenden.

Zertifikat gilt für zwei Jahre

Das Siegel Fairtrade-Stadtbezirk wird von dem gemeinnützigen Verein Transfair im Rahmen der Fairtrade-Towns-Kampagne vergeben. Es gilt für jeweils zwei Jahre. Die Bezirke müssen dafür fünf Kriterien erfüllen: Der Bezirksbeirat hält die Unterstützung des fairen Handels in einem Beschluss fest, eine Steuerungsgruppe koordiniert alle Aktivitäten, in Geschäften und gastronomischen Betrieben werden Produkte aus fairem Handel angeboten, die Zivilgesellschaft leistet Bildungsarbeit und die lokalen Medien berichten über die Aktivitäten vor Ort. Möhringen erfüllt diese Kriterien seit vier Jahren. Die Steuerungsgruppe und die Eine-Welt-Gruppe wollen sich dafür einsetzen, dass dies so bleibt und das Bewusstsein für den fairen Handel im Stadtbezirk noch steigt.

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