Vor allem der Tierbereich der Jugendfarm ist beliebt. Um die Angebote weiterhin aufrecht erhalten zu können, braucht die Farm aber mehr Geld und Personal. Foto: Wiebke Wetschera

Um den Betrieb auf der Farm und im Jugendtreff in der jetzigen Form aufrecht erhalten zu können, sind zusätzliche Stellen notwendig. Nun bittet der Jugendfarmverein die Bürger um Mithilfe.

Möhringen - Anfang Juni hat der Jugendfarmverein zwei Anträge bei der Stadt eingereicht. Er fordert zum einen die Aufstockung um eine Fachpersonalstelle im Umfang von 70 Prozent für den regulären Jugendfarmbetrieb, zum anderen eine 40-Prozent-Fachkraftstelle sowie einen Sachkostenzuschuss über 4000 Euro im Jahr, um den neu geschaffenen Jugendtreff fortführen zu können. „Wir arbeiten mit dem gleichen Personalschlüssel wie vor 20 Jahren“, sagt Thomas Lang, einer der hauptamtlichen Mitarbeiter der Jugendfarm. Das Angebot allerdings sei in den vergangenen Jahren stark ausgebaut worden. „Wir haben vieles neu oder weiterentwickelt, wie die Mittagsbetreuung oder Angebote für Familien“, sagt Lang.

Im Schnitt kamen im Jahr 2018 etwa 70 Besucher pro Tag auf die Farm, darunter nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Eltern und Großeltern. „Teils sind es mehr als 100 Besucher am Tag, an einem verregneten Novembertag auch mal nur 25. Das alles stemmen wir aus unseren Ressourcen, personell und finanziell“, sagt Lang. „Die Personalkosten sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen, der Zuschuss durch die Stadt ist es nicht“, ergänzt Peter Lutz vom Vorstand des Vereins. Über Spenden und Mitgliedsbeiträge habe man die Kosten bisher auffangen können. Lange sei dies aber nicht mehr möglich.

Die Angebote der Jugendfarm könnten eingeschränkt werden

Um den derzeitigen Betrieb aufrecht erhalten zu können, braucht die Jugendfarm zusätzliches Personal. „Die Nachfrage nach unseren Angeboten ist sehr hoch“, sagt Lang. Das vom Jugendamt mit den Trägern der Jugendfarmen und Aktivspielplätze erarbeitete Förderkonzept sieht für die Farm an der Balinger Straße allerdings nur eine Erhöhung des Betriebskostenzuschusses von 3,56 Prozent vor, teilt der Jugendfarmverein mit. Das reicht nicht aus. Generell befürworten Thomas Lang und Peter Lutz aber das Konzept. „Die Stadt hat erkannt, dass sie für solche Einrichtungen etwas tun muss“, sagt Lutz. „Für die meisten der 22 Plätze stellt es eine deutliche Verbesserung dar“, resümiert Lang. Die Möhringer Einrichtung allerdings könne damit kaum die laufenden Kosten decken.

„Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir sagen müssen, dass wir unsere Angebote zurückfahren, wenn wir nicht mehr Unterstützung bekommen“, sagt Lutz. Im schlimmsten Fall komme es zu betriebsbedingten Kündigungen, weil die Personalkosten nicht mehr getragen werden könnten. Und damit müsste dann auch das Angebot für die Kinder und Jugendlichen eingeschränkt werden. Das will auf der Jugendfarm natürlich niemand. „Deswegen kämpfen wir um Unterstützung. Wir haben alles in Bewegung gesetzt, was möglich ist“, sagt Lutz.

Der Jugendfarmverein ruft die Stuttgarter Stadträte dazu auf, seine Anträge in die Haushaltsplanberatungen einzubringen. Auch die Bürger sind angehalten, die Wünsche der Jugendfarm zu unterstützen. „Nur, wenn es uns mit Ihrer Hilfe gelingt, die Parteien im Gemeinderat von der Notwendigkeit zusätzlicher Personalstellen zu überzeugen, haben unsere Anträge Aussicht auf Erfolg“, heißt es in dem Aufruf des Farmvereins. Er bittet die Bürger, auch selbst Stadträte anzusprechen, damit diese die Anträge befürworten und in die Haushaltsplanberatungen einbringen. Peter Lutz berichtet von einer hohen Resonanz. „Es haben sich schon viele Eltern gemeldet, die unsere Sache unterstützen wollen.“ Dennoch sei es wichtig, weitere Befürworter zu finden, die den Forderungen gegenüber der Stadt Nachdruck verleihen. „Ohne Ihre Unterstützung wird es uns nicht gelingen, die Jugendfarm im bisherigen Umfang aufrecht zu erhalten!“, steht in dem Aufruf.

Ohne Unterstützung hat der Jugendtreff keine Zukunft

Nicht nur der reguläre Farmbetrieb braucht personelle und finanzielle Unterstützung. Seit vergangenem Jahr gibt es zudem einen Jugendtreff, welchen die Farmmitarbeiter ebenfalls betreuen. Der Bauwagen als Treffpunkt soll noch in diesem Jahr fertig werden, die Jugendlichen sind aufgerufen, mit anzupacken und den Raum nach ihren Wünschen zu gestalten.

Die Anregung für den Jugendtreff kam von der Jugendhilfeplanung, die finanziellen Mittel wurden durch den Projektmittelfonds Zukunft der Jugend bereitgestellt. Der Jugendfarmverein hat zudem einige Dinge selbst bezahlt, etwa eine Musikanlage und das Bauwagenfahrgestell. Die Förderung läuft Ende des Jahres aus. Um das Projekt dauerhaft durchführen zu können, braucht die Jugendfarm eine Fachkraftstelle im Umfang von 40 Prozent sowie 4000 Euro jährlich für Sachkosten. „Wenn die Politik unserem Antrag folgt, haben wir eine Perspektive über den 31. Dezember hinaus“, sagt Lang. Wenn nicht, könne der Jugendtreff nicht in dem Maße betreut werden, wie es sich die Jugendfarmmitarbeiter wünschen.

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