Die Mieten in Stuttgart ziehen weiter an – im Vergleich zum Frühjahr um durchschnittlich zwei Prozent. Foto: dpa

Laut dem Verband IVD gibt es in Stuttgart kaum noch Wohnungen unter 1000 Euro pro Monat.

Laut dem Verband IVD gibt es in Stuttgart kaum noch Wohnungen unter 1000 Euro pro Monat.

Stuttgart - Die Nachfrage nach Immobilien in Stuttgart ist ungebrochen, die Preise und Mieten sind auch in der zweiten Jahreshälfte 2013 weiter gestiegen. Das hat der Immobilienverband Deutschland Süd (IVD) bei der Vorstellung seines City-Reports Stuttgart bekanntgegeben. Lag der Kaufpreis für ein Reihenmittelhaus im Frühjahr noch bei durchschnittlich 355.000 Euro, so muss man im Herbst bereits mit rund 360.000 Euro rechnen. Doppelhaushälften liegen derzeit im Durchschnitt bei 455.000 Euro, frei stehende Einfamilienhäuser bei rund 740.000 Euro – in Spitzenlagen zahlt ein Käufer im Durchschnitt circa 3,3 Millionen Euro.

Auch die Mieten steigen weiter – im Vergleich zum Frühjahr um durchschnittlich zwei Prozent. Für eine 100-Quadratmeter-Altbauwohnung mit gutem Wohnwert zahlte man im ersten Quartal 2013 noch rund 1140 Euro im Monat. In diesem Herbst sind es bereits 1160 Euro. „Der Markt bei Mietwohnungen unter 1000 Euro im Monat ist in der Innenstadt quasi leer gefegt“, sagt Erich Hildenbrandt, Ehrenmitglied des IVD Süd. Besonders begehrt bei Käufern seien die Drei-Zimmer-Wohnungen, das Angebot dementsprechend gering, die Mieten teuer.

Gesetzliche Veränderungen werden kritisch gesehen

Im oberen Preissegment ist die Lage deutlich entspannter. „Neue Wohnbauprojekte wie beispielsweise die Pariser Höfe vergrößern das Angebot“, sagt Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts. Hier bleiben die Mieten weitestgehend ­konstant.

Besonders kritisch sieht der Maklerverband die gesetzlichen Veränderungen, die in den derzeitigen Koalitionsverhandlungen zur Sprache kommen. Allen voran das sogenannte Bestellerprinzip. Demnach sollen Vermieter künftig die komplette Maklerprovision übernehmen. „Damit wird der Mieter nicht zwangsläufig entlastet“, sagt der IVD-Vorstandsvorsitzende Erik Nothhelfer. Ein derartiges Gesetz könnte dazu führen, dass Vermieter die Provisionskosten auf die Miete umschlagen. Außerdem fürchten die Makler, dass Vermieter künftig ganz auf ihre Dienste verzichten, sollten sie alleine für die Kosten aufkommen müssen. „Häufig sind sie als Laien nicht mit der aktuellen Rechtsprechung vertraut und riskieren so Ärger mit Mietern und Gerichten“, sagt Nothhelfer. Viel wichtiger als das Bestellerprinzip sei es, eine geregelte Ausbildung mit Fachprüfung für Makler einzuführen.

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