Wochenmarkt in Stuttgart Quelle: Unbekannt

Mehrere Beschicker behaupten, die Annahme von Geschenken sei bereits seit vielen Jahren ein Problem und auch bei anderen städtischen Mitarbeitern verbreitet gewesen.

Stuttgart - Die Stadt Stuttgart hat zweien ihrer vier Marktaufseher fristlos gekündigt. Sie stehen im Verdacht, über Jahre hinweg im großen Stil korrupt gewesen zu sein. So sollen sie regelmäßig größere Mengen an Naturalien wie Käse oder Gemüse angenommen haben. Spendable Marktbeschicker sollen im Gegenzug bessere Standflächen, größere Stände oder verlängerte Öffnungszeiten bekommen haben.

Der Fall liegt jetzt bei der Stuttgarter Staatsanwaltschaft. Sie muss prüfen, ob Ermittlungen gegen die beiden Männer, aber unter Umständen auch einzelne Händler eingeleitet werden. Nach Informationen unserer Zeitung könnte der Fall noch größere Ausmaße annehmen. Mehrere Beschicker behaupten, die Annahme von Geschenken sei bereits seit vielen Jahren ein Problem und auch bei anderen städtischen Mitarbeitern verbreitet gewesen. Zudem werfen sie einzelnen Aufsehern vor, zudem grüne Umweltplaketten für Fahrzeuge verkauft zu haben, die normalerweise keine bekommen hätten. Diese Vorwürfe kann die Stadt bisher aber nicht bestätigen, auch die Betroffenen räumen sie nicht ein.

Ins Rollen gekommen ist der Fall durch den neuen Geschäftsführer der Märkte Stuttgart GmbH. Axel Heger kamen entsprechende Gerüchte zu Ohren, woraufhin er handelte. Das ist ganz im Sinne der Stadt, die in puncto Korruption eine Null-Toleranz-Strategie verfolgt. Damit mögliche Fälle ans Licht kommen, leistet sie sich seit April 2012 auch einen Vertrauensanwalt. Der Schorndorfer Jurist Klaus Abele fungiert als neutraler Ansprechpartner, der auch anonymen Angaben nachgeht. Er tut das seit 2009 auch für das Land und verzeichnet eine steigende Zahl an Hinweisen. Zuletzt sind etwa vier bis fünf pro Jahr so interessant gewesen, dass er sie aufgegriffen und an die entsprechenden Behörden bei Stadt und Land weitergeleitet hat.

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