In Stuttgart campen dutzende Jugendliche auf der Königstraße, um ein Paar der von Kanye West entworfenen Schuhe zu ergattern. Foto: www.7aktuell.de | Frank Herlinger

In Stuttgart auf der Königstraße campen seit Freitagabend mehr als 30 junge Männer und Frauen vor einem Schuhgeschäft. Hier erfahren Sie warum sie das tun und was sie alles auf sich nehmen - und wann das Schauspiel ein Ende hat.

Stuttgart - Sie sind gekommen, um zu bleiben. Seit Freitagabend haben sich vor der Filiale der Kette "Foot Locker" in der Königstraße 21 in Stuttgart zahlreiche junge Männer und Frauen (Stand Dienstagmorgen waren es bereits mehr als 30) versammelt, ihre Zelte, Liegen und Schlafsäcke ausgebreitet - und das alles nur für ein sogenanntes "VIP-Armband". Oder, um es treffender zu formulieren: Für das, was das Armband letztlich ermöglichen kann.

Um was es genau geht: Vor kurzem hat der Musik-Star Kanye West (Ehemann von It-Girl Kim Kardashian) die von ihm entworfenen Adidas Yeezy Boost auf den Markt gebracht. Im Internet werden die Schuhe teilweise für mehr als 2000 Euro angeboten, bei einem Verkauf in einem Berliner Shop hatte die stark limierte Auflage für Tumulte unter den Wartenden gesorgt.

Von Donnerstag an kommen die Schuhe von Kanye West nun in sechs weitere Geschäfte in Europa, darunter das auf der Königstraße in Stuttgart. Für die vornehmlich jungen Männer Grund genug, sich seit Freitagabend in dicke Decken zu hüllen, sich die Kommentare der Passanten anzuhören und bei jeder Tages- und Nachtzeit auszuharren.

Erste Hürde VIP-Armband

Und das alles nur, um am Ende an ein VIP-Armband zu kommen, das den Zugang zu dem 350 Euro teuren Schuh ermöglichen kann - aber nicht muss.

Denn bei der Registierung für den Schuh von Kanye West, die im "Foot Locker" in Stuttgart am Mittwochmorgen zwischen 9 Uhr und 10 Uhr stattfindet, gilt das Prinzip "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst". Die Zahl der VIP-Bändchen ist limitiert - wie die Zahl der Schuhe. In welcher Anzahl der Adidas-Treter in Stuttgart zu haben sein wird, verrät "Foot Locker" übrigens nicht. "Sonst würde es Tumulte geben", sagt Verkäufer Thomas Kessler gegenüber unserer Online-Redaktion. Er deutet aber an, dass es nicht für alle Wartenden reichen wird.

Hat man es am Ende geschafft, sich ein VIP-Armband zu ergattern (hierbei muss bereits explizit die gewünschte Schuhgröße angegeben werden), muss man am Donnerstag erneut zum Schuhgeschäft kommen, und bis 14 Uhr das Band in ein paar Schuhe eintauschen. Sonst verfällt das Band und die Menschen auf der Warteliste kommen zum Einsatz.

Thomas Kessler von "Foot Locker" sagte gegenüber unserer Online-Redaktion: "Wir haben einen solchen Ansturm maximal vermutet, mehr aber auch nicht."

Probleme hätten die Camper bislang nicht gemacht, auch wenn viel Müll liegen bleibe und umliegende Geschäfte sich teilweise schon beschwert hätten.

Die Polizei hat die Camper natürlich bemerkt, wird aber nach Absprache mit der Stadt nicht weiter gegen die Gruppe vorgehen. "Solange nicht zu viel Müll liegen bleibt und keine Notausgänge versperrt werden", wie ein Sprecher der Polizei mitteilte.

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