Sonnenbrand: Viele nehmen die Verbrennungen auf die leichte Schulter und schützen sich nicht ausreichend. Foto: dpa

Mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühsommer sieht man wieder knallrot verbrannte Gesichter. Der Sonnenbrand kann zu ernsthaften Schädigungen der Haut führen. Dabei gibt es einfache Lösungen.

Stuttgart - Im Frühsommer durchlaufen viele Menschen die Farben der österreichischen Flagge: rot mit weißen Streifen. Dass aber bereits ein leichter Sonnenbrand zu Schädigungen der Haut führen kann, nehmen viele nicht ernst. Aus Bequemlichkeit, oder weil sie hoffen, nach dem der Verbrennung schneller gebräunt zu sein. Eine Zeit lang war der Sonnenbrand sogar ein Tattoo-Trend.

Peter von den Driesch vom Zentrum für Dermatologie in Stuttgart warnt davor, den Sonnenbrand zu unterschätzen: „Sonnenbrand steigert das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Das ist ganz klar wissenschaftlich bestätigt.“ Vor allem bei Kindern bis zehn Jahren steigere sich durch einen Sonnenbrand das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken, deutlich. Von den Driesch sieht die Hauptaufgabe bei den Eltern: „Die Sonne zwischen 12 Uhr und 14:30 Uhr ist zu meiden. Mit Eincremen ist es da nicht getan.“

Im Urlaub hilft Planung gegen den Sonnenbrand

Kinder müsse man um die Mittagszeit schützen und sie im Schatten spielen zu lassen. Vor allem im Urlaub sollte man die Mittagssonne bei der Planung berücksichtigen, so von den Driesch: „Wenn man erst um 10 Uhr frühstückt und dann erst um 12 Uhr an den Strand geht, ist das ein schlecht geplanter Urlaubstag.“ Besser sei es, früher aufzustehen und in den heißen Phasen zu Mittag zu essen oder eine Siesta zu halten.

Auch Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes warnen vor dem Sonnenbaden. Denn Mittags trifft besonders viel der schädlichen UV-Strahlung die Haut. Die ultraviolette Strahlung löst irgendwann den Sonnenbrand aus. Man misst sie mit dem UV-Index. Ist er besonders hoch, droht Verbrennungsgefahr. Wie hoch der UV-Index in Stuttgart ist, sehen Sie hier.

Billige Sonnencreme und Brandbekämpfung

Bei der Sonnencreme darf man übrigens beruhigt zur günstigen Variante greifen. Die Eigenmarken deutscher Drogeriemärkte kosten nur halb so viel wie ein Markenprodukt und wurden auch im vergangenen Jahr von der Stiftung Warentest erfolgreich getestet. „Es macht durchaus Sinn, sich einen Vorrat günstige Sonnencreme zuzulegen und ihn in den Urlaub mitzunehmen“, empfiehlt von den Driesch. Auch der Lichtschutzfaktor muss nicht immer gleich 50 sein, erklärt der Dermatologe. „Wir empfehlen alles ab Lichtschutzfaktor 30. Der Unterschied bei der Schutzleistung zwischen 30 und 50 beträgt nur etwa ein Prozent.“

Wenn die Haut doch krebsrot leuchtet, gibt es mehrere Möglichkeiten. „Man muss die Haut unbedingt gut kühlen. Wer sie zur Verfügung hat, kann Kortison-Creme auftragen. Bei einem schlimmen Sonnenbrand kann auch eine Schmerztablette wie Aspirin oder Ibuprofen helfen. Die muss man möglichst zeitnah, ab besten am selben Abend, einnehmen und darauf achten, dass man sie verträgt“, so von den Driesch. Der Schmerz bleibt nur kurz, aber das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, erhöht sich mit jedem Sonnenbrand. Spätestens dann sollte man zum Arzt, sobald der gesamte Körper vom Sonnenbrand betroffen ist: „Wenn Fieber, Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden oder Übelkeit auftreten, muss man unbedingt zum Arzt. Auch, wenn die Haut nässt oder sich löst“, erklärt von den Driesch. Zudem solle man sich regelmäßig auf Hautkrebs untersuchen lassen, insbesondere, wenn man viele Muttermale hat.

So wird das Wetter in Stuttgart und der Region.

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