Etwa 50 Veranstaltungen sind innerhalb von gut zwei Wochen online angeboten worden. Viele Vorträge sind noch im Internet zu finden. Foto: Universität Hohenheim

Mit ihren Nachhaltigkeitswochen werben Studenten aus Stuttgart-Hohenheim für einen umweltfreundlicheren Lebensstil. Sie sagen, den bräuchte es dringend.

Hohenheim - In Sachen Nachhaltigkeit sind Studierende der Universität Hohenheim ganz vorne mit dabei. Während die Uni Stuttgart 2019 zwei Nachhaltigkeitstage veranstaltete, war es in Hohenheim eine ganze Woche. In diesem Jahr hatten sich die Organisatoren beider Unis zusammengeschlossen und mit weiteren baden-württembergischen Hochschulen gemeinsame Nachhaltigkeitswochen geplant. „Wir haben bewusst einen längeren Zeitraum gewählt, damit Studierende aus Hohenheim hier und in Stuttgart zu Veranstaltungen gehen können“, erklärt Anna Struth, eine Hohenheimer Studentin.

Etwa 50 Online-Veranstaltungen in zwei Wochen

Doch wie bei vielen Projekten kam Corona dazwischen. Die Studenten verlegten die Planungen und Veranstaltungen deshalb kurzerhand ins Internet, weitere Hochschulen schlossen sich an. Das Organisationsteam bestand am Ende aus mehr als 30 Leuten, etwa 50 Veranstaltungen wurden innerhalb von gut zwei Wochen online angeboten. „Wir haben das Beste aus der Situation gemacht“, sagt Struth rückblickend.

Ob Vorträge, Yoga zum Mitmachen, ein Planspiel der UN-Klimakonferenz oder ein Workshop zu Vertical Gardening – bei den Nachhaltigkeitswochen baden-württembergischer Hochschulen konnte jeder ein Angebot für sich finden. Auch, wer mit Nachhaltigkeit noch gar nicht viel zu tun hatte. „Es waren auch Mitbewohner von mir dabei, die sich vorher noch nicht mit dem Thema beschäftigt haben, die aber in ihren Kursen ordentlich Werbung für uns gemacht haben“, erzählt Lisa Ketzer, eine der Haupt-Organisatorinnen der Nachhaltigkeitswochen. Auch viele Gäste hätten sich eingeloggt, die nicht studieren. „Meine Mutter war auch dabei“, sagt David Kopp, Student an der Uni Stuttgart, „seitdem macht sie ihr Spülmittel selbst“.

Wie wäre es mit Urlaub in Deutschland?

Lisa Ketzer, David Kopp und Anna Struth betonen, wie wichtig ein nachhaltiger Lebensstil sei, auch im Hinblick auf die Corona-Pandemie. „Wir müssen nachhaltige Strukturen entwickeln, um in Krisen fester zu sein“, sagt Kopp. Struth ergänzt, dass Nachhaltigkeit an viele Themen geknüpft sei und es ganz unterschiedliche Ansätze gebe. „Ich habe zum Beispiel seit zwei Jahren keine neuen Kleider, sondern nur gebrauchte gekauft“, sagt sie. Ein weiterer Ansatz wäre, Urlaub in Deutschland zu machen und nicht weit zu reisen. Und klassisch: Fahrrad statt Auto. „Vieles fällt einem auch in der Gemeinschaft leichter, deshalb sind die Nachhaltigkeitswochen so wichtig, um sich austauschen zu können“, sagt Lisa Ketzer. Letztlich wollen die Studenten ein Umdenken der Menschen erreichen, damit ökologische Entscheidungen normal werden. Dass sich der Ehrenamtspreis der Filder-Zeitung und der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen in diesem Jahr auf Projekte für Nachhaltigkeit und Klimaschutz fokussiert, kommt den Studenten gelegen. „Ich dachte, wir haben so ein schönes Projekt gemacht, es wäre super, das irgendwo einreichen zu können“, sagt Anna Struth.

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