Im Zuge des Ausbaus der Hauptradroute könnte die Autohof-Kreuzung Foto: Kuhn

Der Gordische Knoten für die Hauptradroute 2 scheint gelöst. Stadtplaner haben den Bezirksbeiräten Wangen und Hedelfingen einen neuen Vorschlag unterbreitet.

Hedelfingen/Wangen - Der Gordische Knoten scheint durchschnitten: Monatelang ruhten die Planungen für die Hauptradroute 2 – scheinbar. Sie soll die Stuttgarter Innenstadt mit den Stadtbezirken Ost, Wangen und Hedelfingen verbinden. Über den Verlauf gab es im Gemeinderat, aber auch zwischen Radwegplanern und den Hedelfinger und Wangener Bezirksbeiräten unterschiedliche Auffassungen. Etwa die Hälfte der Stadträte möchte wie die Stadtverwaltung, dass die Route über die Ulmer Straße und Hedelfinger Straße führt. Die Anderen plädierten alternativ dafür, dass die Radstrecke über die Nähter-, die Höhbergstraße und über Feldwege am Fuß der Wangener Höhe ausgewiesen wird. Stadtplaner Andreas Hemmerich und seine Mitarbeiter haben in den vergangenen Monaten beide Varianten abgewogen. Die Ergebnisse wurden den Bezirksbeiräten in Hedelfingen und Wangen vorab vorgestellt. „Die Resonanz war positiv“, erzählt Erwin Grimme, der Referent von Baubürgermeister Peter Pätzold. Die von Hemmerich vorgestellte faire Darstellung habe zu konstruktiven Vorschlägen geführt, berichten Teilnehmer.

Voraussetzung für die Hauptradroute sind Beleuchtung und ein guter Belag, zu steile Anstiege sind tabu. Deshalb kommt der Feldweg hinter dem Kodak-Gelände als Alternative zur Radroute entlang der Hedelfinger Straße nicht in Betracht. Dafür haben die Planer die Nähterstraße nochmals unter die Lupe genommen. Zwischen Wangener Straße und Langwiesenweg ist die Straße zu schmal. Teilweise bleiben nur drei Meter Fahrbahnbreite. Gleiches gilt für die Höhbergstraße. „Im zentralen Bereich zwischen Rinkenberg und Kemptener Straße müssten 78 Parkplätze entfallen, um einen Hauptradroutenstandard zu erreichen“, sagt Hemmerich. Die Hauptradroute soll deswegen auf der Ulmer Straße führen. Die Brendle-Kreuzung müsste für den Radverkehr ertüchtigt werden, so Hemmerich.

Kompromiss bahnt sich an

Es könnte sich aber auch ein Kompromiss anbahnen: Der marode Feldweg zwischen Wangener Straße und Langwiesenweg könnte so ausgebaut werden, dass er die Bedingungen einer Fahrradstraße erfüllt: mindestens vier Meter Breite, endlich die von Wangen gewünschte Beleuchtung und eine Straße ohne Flicken. Die Weiterführung der Radroute auf der Nähterstraße bis zur Straße Rinkenberg wäre offenbar möglich. Von dort könnten Radler über die Innere Ulmer Straße bis zum Wangener Marktplatz und die Hedelfinger Straße nach Hedelfingen rollen. Entlang der Hedelfinger Straße müssten Parkplätze geopfert werden. Ein Aderlass, den die Bezirksbeiräte offenbar verschmerzen könnten. Dafür könnte, so Hemmerich, die Kreuzung Otto-Konz-Brücken/Hedelfinger/Kemptener Straße zum Kreisverkehr umgestaltet werden.

Beschlussvorlage für den Umweltausschuss

Einen Kreisel wünschen sich die Hedelfinger auch für den Hedelfinger Platz. Deswegen drängen die Bezirksbeiräte darauf, dass die mögliche Umgestaltung der viel befahrenen Kreuzung samt der Fortführung des Radwegenetzes in die Rohracker- und Amstetter Straße sowie in Richtung Otto-Hirsch-Brücken bei der Planung der Hauptradroute 2 auch berücksichtigt wird. „Die Umgestaltung des Hedelfinger Platzes zu einem Kreisverkehr sowie die Fortführung der Hauptradroute 43 von Hedelfingen nach Obertürkheim ist ein separates Projekt. Wir werden dieses Jahr hier mit den Planungen beginnen. Die Planung der Hauptradroute 2 ist kompatibel zu einem etwaigen Kreisverkehr am Hedelfinger Platz“, berichtet Hemmerich. „Das Stadtplanungsamt wird nun eine Beschlussvorlage für den Umweltausschuss erstellen, die vermutlich im Mai behandelt wird“, so Grimme. Sofern die Gremien den Plänen zustimmen, soll die Hauptradroute in den Jahren 2021 bis 2023 realisiert werden, so Hemmerich.

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