Es gibt immer mehr Fernbuslinien. Foto: dpa

Bei der Frage, wie Stuttgart mit der wachsenden Zahl von Fernbussen verfahren soll, gibt es im Rathaus keinen klaren Kurs. Das wurde im Technikausschuss des Gemeinderats deutlich. Die Stadt will bis Februar die Betreiber der Linien anhören.

Stuttgart - Bei der Frage, wie Stuttgart mit der wachsenden Zahl von Fernbussen verfahren soll, gibt es im Rathaus keinen klaren Kurs. Das wurde im Technikausschuss des Gemeinderats deutlich.

Für die SPD steht mit dem neuen zentralen Fernomnibusbahnhof (FOB), der Ende 2015 am Flughafen in Betrieb gehen soll, der Zielpunkt aller internationalen und nationalen Busverkehre fest. Das sieht die Verwaltung größtenteils auch so. Grüne, CDU sowie SÖS/Linke erneuerten aber die Forderung nach einem Gesamtkonzept für alle Fernbusse. Sie wollen Vorkehrungen auch für jene Deutschlandbusse, deren Betreiber Haltepunkte an anderen Stellen vorziehen.

Flughafenchef Walter Schoefer berichtete, der am Flughafen als „Stuttgart Airport Busterminal“ (SAB) bezeichnete Busbahnhof werde wie geplant im Oktober 2015 fertig. Mit 17 Bussteigen könne man pro Stunde 62 Fernbusse abfertigen – bei einer durchschnittlichen Verweildauer von 20 Minuten. Außerdem könne man in Zeiten des Hochbetriebs einen Messeparkplatz als Puffer nutzen, wenn Busse länger stehen müssten. Die Planung sei also flexibel, wohldosiert und ausreichend. Zumal der gegenwärtige Boom bei den nationalen Fernbusverbindungen auch einmal einen Dämpfer erhalte. Im Moment seien schon vier Betreiber mit acht nationalen Linien am Flughafen, weitere vier Linien angekündigt. Die Busse stoppen vor den Fluggastgebäuden 1 und 2, aus Platzgründen auch bei der Messepiazza.

Touristikbusse vom Karlsplatz zum Wasen zu dirigieren

„Für solche Fernbusanbieter, die nicht in die City müssen, wird das eine gute Lösung sein“, sagte Städtebaubürgermeister Matthias Hahn (SPD). Für Busse, die ins Zen­trum fahren, biete sich der Cannstatter Wasen als „Busspeicher“ ohne teure Infrastruktur an. Beim jetzt bevorstehenden Weihnachtsmarkt will sich die Verwaltung wieder auf den vor Jahren eingeschlagenen Weg besinnen, Touristikbusse vom Karlsplatz zum Cannstatter Wasen zu dirigieren.

Die Linienfernbusse kommen nach Ansicht von Hahns Verkehrsplaner Stephan Oehler gut mit einem Haltepunkt an der Peripherie zurecht – wie jetzt in den Interimsbusbahnhöfen Obertürkheim und Zuffenhausen, später am Flughafen. Voraussetzung: gute Anbindung an S- und Stadtbahnen. Im Ordnungsamt sieht man es anders. Wahrscheinlich würden einige Fernbusanbieter am Ende doch „auf die Innenstadt reflektieren“, meinte Bernd Eichenauer.

Wenn man dort Angebote hätte, „täten wir uns leichter“. Denn das Ordnungsamt kann nur Haltestellen ablehnen, wenn die Verkehrssicherheit gefährdet wäre. Und „Wildwuchs“ nach Laune der Anbieter wollen die großen Fraktionen nicht haben. Einig ist man sich, dass man die Anbieter befragen will. Im Februar sehe man weiter, sagte Hahn. Ein zentraler Busbahnhof im Zentrum sei nicht realisierbar. Wahrscheinlich werde man viel organisatorisch verbessern müssen. Beispielsweise könne man verfügen, dass Touristikbusse nach fünf Minuten weiterfahren.

Ein Fazit der CDU war, dass die drei beteiligten Bürgermeister sich endlich auf einen Hauptverantwortlichen verständigen.

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