Normalerweise erklingen die Glocken vom Rathausturm zu festen Zeiten. Am Montag, 5. Juni, ist das anders. Was hat es mit dem Testlauf auf sich, der einige Stunden dauert?
In der Landeshauptstadt werden am 5. Juni die Glocken des Rathausturms zu ungewohnter Zeit angeschlagen. Normalerweise erklingt das Glockenspiel täglich um 11.05 Uhr, um 12.05, um 14.35, 18.35 und um 21.25 Uhr. Weil sich die Stadt auf ein Glockenspielfestival vorbereitet, sollen die Instrumente an der Spitze des 61 Meter hohen Turms zuvor gestimmt werden. Es werden Relais zur Steuerung neu angeschlossen, verschiedene Lieder angestimmt, einzelne Glocken angeschlagen und deren Klang kontrolliert, das werde rund vier bis sechs Stunden dauern, teilt die Stadt mit. Es ist also nichts kaputt, wenn am 5. Juni nicht nur die üblichen Volksweisen vom Rathausturm klingen, die Stadt will mit dem Test ausschließen, beim Festival Misstöne zu erzeugen. Die Klangkörper im Turm wiegen zwischen sechs und 950 Kilogramm und haben einen Durchmesser von 22 Zentimetern bis 1,15 Meter.
Führungen im Turm zum Konzert im Angebot
Ihren großen Auftritt haben die 30 freihängenden Glocken (alle von der Gießerei Kurtz in Stuttgart und alle mit Stadtwappen) am 15. und 16. Juni. Am 15. Juni werden sie von 18 Uhr an von Ekaterina Porizko, der Stuttgarter Carillonneurin, und von Dariia Volynskaia (von 21 Uhr an) aus Italien gespielt. Am 16. Juni treten (um 15 Uhr) Ilja Völlmy (Schweiz), um 18 Uhr Galina Elschaeva aus Finnland und (um 21 Uhr) nochmals Ekaterina Porizko an den Spieltisch. Porizko gestaltet zusammen mit dem Stuttgarter Stiftsbläser-Quartett mit Bach meets Beatles den Abschluss des Konzerts.
An beiden Abenden werden Führungen im Rathausturm (16.30 und 19.30 Uhr, Ticket 15 Euro) angeboten. Wer dem musikalischen Geschehen ganz nah sein will, kann die Konzerte im Turm hören (25 Euro ohne Führung), ansonsten wird der Marktplatz bestuhlt und dort eine Essensversorgung organisiert sein. Die Karten für den Turm vertreibt die Stadt ausschließlich online unter www.eventbrite.de. Für das erste Glockenspiel-Festival hat der Gemeinderat 12 000 Euro genehmigt.