Nahe dem Theaterhaus hat die Bülow AG ein Hochhaus mit 21 Stockwerken gebaut. Das Gebäude hat die Württembergische Lebensversicherung AG erworben. Foto: Georg Friedel

Der 75 Meter hohe Wohnturm an der Stresemannstraße 85 ist seit Anfang des Monats bezugsfertig. Für knapp die Hälfte der Wohnungen sind bereits Mieter gefunden. Auf der City Prag sollen in den kommenden Jahren weitere Wohnprojekte entstehen.

Feuerbach - Am Pragsattel steht der Hochbunker. Er ist quasi Stuttgarts größte und dickste Litfaßsäule an der meistbefahrenen Kreuzung der Landeshauptstadt. Der 31 Meter hohe Turm ist für Autofahrer, die aus Richtung Zuffenhausen, Cannstatt oder aus der Innenstadt kommen, gut sichtbar. Auf der dort angebrachten großen Videoleinwand wird derzeit unter anderem auch für die Wohnungen in einem weit größeren Turm in unmittelbarer Nähe geworben. Gemeint ist der 75 Meter hohe Wohnturm an der Stresemannstraße 87. Das Gebäude hat insgesamt 21 Etagen und eine Bruttogeschossfläche von 12 800 Quadratmetern.

Bereits im März dieses Jahres hat das Gebäude den Besitzer gewechselt. Die Bülow Gruppe hat das Hochhaus ,Skyline-Living‘ an die Württembergische Lebensversicherung AG verkauft. Über den Kaufpreis machten die Vertragspartner allerdings keine Angaben. Mit der Vermietung der 146 Apartments und Wohnungen hat die Württembergische Lebensversicherung, ein Unternehmen der Wüstenrot & Württembergischen Gruppe, bereits Mitte Juli begonnen. „Die Vermietung ist insgesamt gut angelaufen, knapp die Hälfte der Wohnungen hat mittlerweile einen Mieter gefunden“, sagt Pressesprecher Immo Dehnert. Seit Anfang Dezember seien die Wohnungen in dem Gebäude bezugsfertig, letzte Nacharbeiten seien in der Endphase. „Viele der Räume wurden in den letzten Tagen übergeben, einige bereits bezogen“, sagt der Wüstenrot-Sprecher.

Wohnhochhäuser liegen im Trend

Wohnhochhäuser liegen offenbar im Trend. Standen sie früher eher am Stadtrand und beherbergten nicht gerade ein zahlungskräftiges Klientel, so hat sich das Image grundlegend gewandelt. Das Wohnen in luftiger Höhe hat seinen Preis: „Je nach Größe und Ausstattung der 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen bewegen sich die Mieten zwischen gut 1000 und etwas über 3000 Euro“, sagt Dehnert. Die 72 Mietwohnungen befinden sich auf den Stockwerken 8 bis 21 und sind zwischen 54 und 110 Quadratmeter groß. Die sogenannten Business-Apartments liegen darunter auf der zweiten bis siebten Wohnetage und haben Flächen zwischen 28 und 36 Quadratmetern. Im Erdgeschoss läuft derzeit noch der Innenausbau. Dort wird ein Restaurant mit italienischer Küche und 150 Sitzplätzen eingerichtet. Auch hier seien die Arbeiten in der Endphase, sagt der Wüstenrot-Sprecher: „Der Gastronom, der auch durch das ,Da Maurizio‘ in der Calwer Straße bereits bekannt ist, möchte dort kurz vor Weihnachten eröffnen“, so Dehnert weiter. In der Tiefgarage mit vier Untergeschossen können 345 Fahrzeuge abgestellt werden. Geplant und gebaut wurde das Projekt von der Bülow AG.

Weitere Projekte sind bereits geplant

Bereits Ende 2016 fertiggestellt wurde ein sechsgeschossiges Bürogebäude im Rahmen des Gesamtprojektes Skyline. Der z-förmige Bürokomplex erstreckt sich entlang der Stresemannstraße. Das Gebäude wurde fast vollständig an die Daimler Financial Services AG vermietet. In unmittelbarer Umgebung werden auf der City Prag in den kommenden Jahren auf Brachflächen weitere Projekte entstehen. Inzwischen steht auch die Instone Real Estate Group in den Startlöchern. Denn auch bei dem Projekt „Wohnen im Theaterviertel“ geht es nun weiter voran. Ursprünglich war geplant gewesen, auf den ehemaligen Grundstücken des Teppichhändlers Sabet auf dem Gelände City Prag rund 270 Mietwohnungen sowie eine Kindertagesstätte und Büroflächen zu schaffen. Eigentlich war der Bauantrag seit Spätsommer 2016 fertig: „Doch ein Starkstromkabel im städtischen Grundstücksteil an der Rheinstahlhalle führte zeitweilig zu Verzögerungen im Genehmigungsverfahren“, erklärt Bianca Reinhardt Weith, Niederlassungsleiterin Baden-Württemberg der Instone Real Estate Development GmbH.

Inzwischen hat sich der Projektentwickler offenbar mit der Stadt darauf geeinigt, dass er das Gesamtprojekt nun etwas kleiner konzipiert. Nach den jetzigen Plänen soll das Grundstück mit dem Starkstromkabel beim Theaterhaus ausgespart und nicht wie ursprünglich in das Projekt einbezogen werden: „Unser Baugrundstück verkleinert sich dadurch geringfügig, deshalb werden wir etwas weniger Wohnungsbau realisieren können“, sagt Bianca Reinhardt Weith weiter.

Ein neuer Bauantrag sei bereits in Vorbereitung. Außer den Wohnungen soll an der Maybachstraße ein Bürohaus mit rund 4500 Quadratmeter Fläche entstehen. „Rund 3000 Quadratmeter der Fläche sollen für eine zukünftige Büronutzung zur Verfügung stehen. Zudem wird eine große Kindertagesstätte für insgesamt fünf Gruppen in dem Gebäude geschaffen“, berichtet Bianca Reinhardt Weith.

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