Bei Sonnenschein haben sich wieder Hunderte Weinliebhaber auf den 3,7 Kilometer langen Rundkurs begeben. Foto: Torsten Ströbele

Sechs Wengerter-Familien haben am vergangenen Sonntag ihre Weinberge am Lemberg geöffnet. Es gab besondere Tropfen in einer besonderen Umgebung.

Stuttgart-Feuerbach - Fabelhaftes Wetter, ein toller Ausblick über Feuerbach und dazu eine große Auswahl an köstlichen Weinen: Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches „Weinerlebnis am Lemberg“ konnten am vergangenen Sonntag kaum besser sein.

Zum neunten Mal hatten Wengerter ihre Weinberge geöffnet. „Wir wollen zeigen, dass Feuerbach immer noch Rebflächen hat und hier guter Wein entsteht“, sagte Joachim Friedrich, einer der Weinbauern. Gemeinsam mit den Familien Bachmann, Bogenschütz, Hörenberg und Rajt­schan organisiert Friedrich das Weinerlebnis – mit immer größerem Erfolg. „Vergangenes Jahr sind wir etwas überrannt worden. Die Warteschlangen an den Ständen waren doch teilweise sehr lang“, sagte Fabian Rajtschan. „Wir haben reagiert und etwas umgebaut.“

Joachim Friedrich geht davon aus, dass sich mittlerweile jedes Jahr zwischen 1200 und 1300 Leute auf den 3,7 Kilometer langen Rundkurs begeben, um die sechs Weinberge zu besuchen. „Ich habe in den sozialen Medien gelesen, dass beispielsweise der Schwäbische Albverein aus Aalen heute hier Station macht“, sagte Friedrich. „Es ist aber kein großes Weinfest der Massen und der lauten Töne. Für uns steht der ruhige und beschauliche Genuss der Weine und das familiäre Ambiente im Vordergrund.“

Für den Getränkenachschub ist gesorgt

Das Konzept geht auf: Familien bringen ihre Decken mit und machen es sich mit ihren Kleinkindern in den Weinbergen gemütlich. Andere sitzen auf den Bänken unter den Sonnenschirmen und trinken ein Viertele, während der eine oder andere auch gerne sein Glas im Gras mit Blick auf die Reben und Feuerbach genießt. Verblüfft zeigten sich dabei einige Weinliebhaber über die eine oder andere neue Kreation der Wengerter – zum Beispiel über den Rotling 2015 von Joachim Friedrich. Der hat kurzerhand rote und weiße Trauben zusammen gekeltert. „Das schmeckt recht gut“, sagte ein Besucher.

Und auch Fabian Rajtschan weiß, was den Leuten mundet. „Weissa Woi aus rode Draube. Ha des isch a Sach“, ist auf einigen seiner Plakate am Lemberg zu lesen. Die Rede ist vom Blanc de Noir 2015. „Das ist ein spritziger Weißwein, aus roten Trauben gekeltert. Er ist erfrischend und bei diesem Wetter super“, sagte Rajtschan.

Damit die Getränke mitten in den Weinbergen immer schön kühl serviert werden können, ist extra wieder ein Lieferservice eingerichtet worden. An zwei Stellen auf der Strecke steht ein großer Kühlwagen. Von dort aus werden die wohl temperierten Flaschen zu den Stationen transportiert. Auch an die Gäste wurde gedacht, die nicht nur Durst, sondern Hunger haben: „Wir haben keine Station, an der es dasselbe Essen gibt“, sagte Friedrich. Die Besucher können unter anderem zwischen Gsälzbrot, Käsewürfeln oder Maultaschen wählen.

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