Stuttgart-Feuerbach Stadtbezirk bekommt mehr Viertel als bisher

Von Georg Friedel 

Der Stadtbezirk Feuerbach ist in den vergangenen Jahren stark  gewachsen und hat sich verändert. Die statistischen Daten sollen deshalb aktualisiert werden. Foto: Werner Kuhnle
Der Stadtbezirk Feuerbach ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und hat sich verändert. Die statistischen Daten sollen deshalb aktualisiert werden. Foto: Werner Kuhnle

Stuttgart wächst und verändert sich. Um diesen Wandel auch in Zukunft statistisch besser abbilden zu können, sollen die Stadtviertel neu gegliedert werden.

Feuerbach - Bei zehn Jastimmen und einer Enthaltung haben die Bezirksbeiräte am Dienstagabend für eine Vorlage der Verwaltung gestimmt, nach der die Stuttgarter Stadtviertel neu gegliedert werden sollen. Geplant ist, die Zahl der Stadtviertel in ganz Stuttgart von 319 auf 457 zu erhöhen. Diese Revision diene rein statistischen Zwecken und habe keinerlei Auswirkungen auf der administrativen Ebene: „Es ändern sich keine Schulbezirke oder Wahlbezirke“, betonte Michael Haußmann, Leiter der Abteilung Bevölkerung und Wahlen im statistischen Amt. Zudem seien weder die Angaben des Wohnorts im Personalausweis noch Verkehrsschilder von der Änderung betroffen. Die neue Aufteilung soll nach den Worten Haußmanns der Verwaltung die Arbeit erleichtern. Durch die künftig kleinräumigeren Daten ließen sich Planungen und Statistiken besser bewerkstelligen. Angestoßen worden ist die Aktion vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung, verschiedene Ämter seien an dem neuen Zuschnitt der Stadtviertel beteiligt gewesen. „Insgesamt haben wir etwa ein halbes Jahr daran gearbeitet“, sagte Haußmann. Im Mai soll der Gemeinderat darüber entscheiden.

In ganz Stuttgart gibt es momentan 319 Stadtviertel, die in 152 Stadtteilen zusammengefasst sind. Diese wiederum gehören zu insgesamt 23 Stadtbezirken. „Diese Gliederung ist 17 Jahre alt“, erläuterte Haußmann den Bezirksbeiräten. Seither habe sich vieles verändert, sowohl baulich als auch demografisch. Um die aktuelle Lage abbilden zu können, soll die Stadtviertelebene so überarbeitet werden, dass sie mit den gelebten Sozialräumen übereinstimmt. Die Zahl der Viertel soll vergrößert und die darin enthaltene Zahl der Haushalte somit verkleinert werden. Ziel seien durchschnittlich rund 900 Haushalte pro Viertel, sagte Haußmann. Momentan sind die Größen noch relativ uneinheitlich und liegen zwischen wenigen Hundert und weit über 1000 Haushalten.

Feuerbach wird von 15 auf 27 Viertel aufgestockt

Momentan tourt Michael Haußmann durch alle Stadtbezirke, um den Kommunalpolitikern in den Bezirksrathäusern das Vorhaben zu erläutern. Am Dienstag war er im Bezirksbeirat Feuerbach zu Gast. Für diesen Stadtbezirk sieht die Revision eine Aufstockung von 15 auf 27 Viertel vor. In der alten Gliederung galten davon zehn als bewohnt und fünf als dünn besiedelt. Bisher befanden sich in jedem Stadtviertel 1560 Haushalte. In der neuen Gliederung zählen die Statistiker nur noch 659 Haushalte pro Stadtviertel.

Was die übrigen Bezirke im Stuttgarter Norden angeht, sehen die Planungen folgendermaßen aus. Zuffenhausen wird künftig 28 Stadtviertel haben (bislang 18), Weilimdorf 21 (16), Stammheim 9 (6) und Botnang 7 (4). In Zuffenhausen, Stammheim und Botnang werden außerdem einige Stadtteilgrenzen verschoben (wir berichteten).

Fragen und Bedenken einiger Bezirksbeiräte

Der Statistiker ging anschließend auch auf die Fragen und Bedenken einiger Bezirksbeiräte ein. Gabriele Heise (FDP) merkte an, wenn gesagt werde, dass diese Revision keine Auswirkungen habe, mache sie diese Aussage „skeptisch“. Sie wollte wissen, wie die Daten genutzt werden und ob sich die Stadtviertelgliederung möglicherweise, was den Datenschutz angehe, negative Auswirkungen habe: „Geht das in Richtung gläserner Bürger“, fragte Heise nach. Bei durchschnittlich 900 Haushalten pro Viertel bewege man sich in einem unbedenklichen Bereich, antwortete Haußmann. Datenschutzrechtlich stehe die Ampel noch auf grün.

Jochen Heidenwag (Freie Wähler) wollte wissen, ob im Arbeitsstättengebiet Feuerbach-Ost im Zuge des dort angestrebten „Gewerbegebietsmanagements“ auch eine detailliertere Betrachtung der Daten erfolgen könne. „Feuerbach-Ost ist ein relativ dünn besiedelter Bereich“, so Haußmann. Deshalb könne man dort auch „kleinteiliger“ reinschauen und detaillierter auswerten, meinte der Statistiker.

Redaktion Feuerbach

Ansprechpartner
Torsten Ströbele und Georg Friedel
feuerbach@stz.zgs.de

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