Stuttgart-Feuerbach: Sanierung auf Bosch-Gelände Großlochbohrer kann bis zu 19 Meter in die Tiefe gehen

Von Georg Friedel 

Mit schwerem Gerät  rückt das Bosch Facility Management  auf dem Gelände an der Bundesstraße 295 an. Insgesamt sind 590 Bohrungen auf dem Gelände vorgesehen. Foto: Bosch
Mit schwerem Gerät rückt das Bosch Facility Management auf dem Gelände an der Bundesstraße 295 an. Insgesamt sind 590 Bohrungen auf dem Gelände vorgesehen. Foto: Bosch

Auf dem Bosch-Gelände an der Bundesstraße 295 in Feuerbach sind die Bagger vorgefahren. Auf dem insgesamt 27 000 Quadratmeter großen Areal werden in den kommenden Jahren mehrere Bürogebäude enstehen. Doch vorher müssen die Altlasten beseitigt werden.

Feuerbach - Ende Januar sind auf dem Bosch-Gelände an der Bundesstraße 295 in Feuerbach die Bagger vorgefahren. Das insgesamt 27 000 Quadratmeter große Areal wird von der Robert Bosch GmbH in den kommenden Jahren neu bebaut (wir berichteten). Mehrere Bürogebäude sollen auf dem Gelände zwischen Bregenzer Straße, der Leobener Straße und der Bundesstraße 295 bis 2021 entstehen. Auf dem zukünftigen Büro-Areal werden voraussichtlich rund 2000 Bosch-Mitarbeiter arbeiten. Neben den Bürohäusern sollen auch eine Kantine und ein Gesundheitsbereich auf dem Areal entstehen.

Der Boden ist mit Teerölen verunreinigt

Doch vorher müssen die Altlasten beseitigt werden. Der Boden ist unter anderem mit Teerölen verunreinigt. Am kommenden Montag beginnt Bosch auf der Baustelle mit den geplanten Austauschbohrungen. „Mit einem Großlochbohrgerät mit einem Bohrdurchmesser von zwei Metern werden Austauschbohrungen bis zu einer maximalen Tiefe von 19 Metern vorgenommen“, sagt Frank Bielecki, der bei Bosch Facility Management in Feuerbach zuständige Projektleiter der Bodensanierung. „Diese Austauschbohrungen sind erforderlich, um die Hinterlassenschaften einer Teerfabrik zu sanieren, die hier vor rund 100 Jahren den Untergrund verunreinigt hat“, sagt Bosch-Sprecherin Christiane Spindler. Insgesamt seien bis zum Sommer 590 Bohrungen auf einer Fläche von rund 2000 Quadratmeter geplant. Direkt am Bohrloch würden Absaugeinrichtungen installiert und Aktivkohlefilteranlagen eingesetzt. Eine Nebelkanone stehe bereits einsatzbereit neben dem Bohrgerät. „Die Teerinhaltsstoffe werden von der menschlichen Nase schon in geringsten Mengen wahrgenommen und als unangenehm empfunden. Die Dosis an Schadstoffen in der Luft ist aber so gering, dass eine Gesundheitsgefährdung definitiv ausgeschlossen werden kann“, sagt die Bosch-Sprecherin. Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen sei es aber praktisch unmöglich, „diesen typischen Teergeruch, wie man ihn von alten Bahnschwellen kennt, bei den Bauarbeiten zu vermeiden“. Es könne auch nach Öl, Benzin oder wie nach Mottenkugeln riechen.

Altlasten sollen bis zum Herbst beseitigt sein

Bis Herbst 2018 sollen die Hinterlassenschaften im Boden des Geländes beseitigt sein. Früher befand sich an diesem Bosch-Standort die Gießerei von Bosch. Die Altlasten stammen allerdings hauptsächlich aus der Zeit davor. Von 1890 bis Mitte der 1920er Jahre betrieb die Firma Richard Pfeiffer im Westteil des Geländes die Produktion von Asphalt und Teer. Ende 1925 schloss die Firma ihre Betriebstore für immer. Auslöser für die Insolvenz war eine Wirtschaftskrise , der damals eine ganze Reihe Feuerbacher Betriebe zum Opfer fielen, wie aus der Chronik hervorgeht.

Redaktion Feuerbach

Ansprechpartner
Torsten Ströbele und Georg Friedel
feuerbach@stz.zgs.de

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