Stuttgart-Feuerbach: Kulturbesen von Jürgen Krug Kabarett, Cowboys, Krautrock und Kassler

Von Georg Friedel 

Jürgen Krug und Karin Turba sind ein eingespieltes Team. In ihrem Besen gibt es schwäbische Spezialitäten besonderer Art – zum Beispiel ofenfrischen Sauerkrautkuchen. Foto: Lichtgut/Horst Rudel
Jürgen Krug und Karin Turba sind ein eingespieltes Team. In ihrem Besen gibt es schwäbische Spezialitäten besonderer Art – zum Beispiel ofenfrischen Sauerkrautkuchen. Foto: Lichtgut/Horst Rudel

Seit 38 Jahren bringt Jürgen Krug in der Besenwirtschaft an der Wildensteinstraße 24 in Feuerbach ein außergewöhnliches Programm auf die kleine Wohnzimmer-Bühne. Seit Ende Januar hängt der Reisigbesen wieder draußen an der Hauswand.

Feuerbach - Seit Mitte vergangener Woche hängt er wieder draußen an der Hauswand der Wildensteinstraße 24: der Reisigbesen vom Krug. Schon als kleiner Junge, der in bäuerlicher Umgebung und einfachen Verhältnissen im unterfränkischen Gochsheim bei Schweinfurt aufwuchs, verspürte Jürgen Krug die Liebe zu Kleinkunst und Kabarett. Vor dem Schallplattenschrank seines Onkels saß er öfters und lauschte fasziniert den damals noch auf Schellackplatten gepressten Stücken von Karl Valentin und Liesl Karlstadt.

Den Franken verschlug es vor über 50 Jahren nach Stuttgart und er studierte Mathematik und Maschinenbau, später wurde er Berufsschullehrer und schlug seine Zelte in Feuerbach auf. Die Zeit der 68er-Revolte hat er an der Uni Stuttgart erlebt. Der kritische Geist hat ihn geprägt, genauso wie die in der Jugend entstandene Liebe zu Kabarett, Brettl und Kleinkunst. Den Weinbau betreibt er mit seiner Lebenspartnerin Karin Turba auch schon seit vielen Jahren: Und das sind, wenn man so will, die wichtigsten Zutaten und Gewürze für diesen eigenen Kulturbesen.

Mit einem Karl-Valentin-Programm steht Krug auch selbst auf der Besen-Bühne

Mit seinem Wrdlbrmpfd-Theater – einem Karl-Valentin-Programm – tritt Krug regelmäßig im eigenen Wohnzimmer auf. Außerdem schaut er sich ständig um in der Szene und erweist sich auch da als echter ‚Perlentaucher‘. Dieter Nuhr, Urban Priol , Max Uthoff – sie alle waren in früheren Jahrzehnten schon mal bei ihm, bevor sie Hallen füllten oder eigene Fernsehformate bekamen. Im Kleinkunst-Stadl von Jürgen Krug haben sie sich ihre ersten kabarettistischen Sporen verdient. Und was gibt es sonst noch: Comedy, Chanson, Mundart, Swing, Rock und Pop, alles mögliche.

Kleinkunst zu Kassler und Sauerkrautkuchen

Im Krug’schen Kosmos verdichten sich die schönen Dinge des Lebens: Es gibt Kleinkunst zu Kassler, Schweinehals, Griebenwurst oder Sauerkrautkuchen. Letzteren bereitet Karin Turba aufs allerfeinste in der kleinen Küche zu. Vergangenes Jahr war sogar der SWR da, um dieses kulinarische Gesamtkunstwerk vorzustellen. „Da beschlug in der Küche beim Zoom in den Ofen sogar die Kamera“, berichtet Krug. Noch Plätze frei sind am Donnerstag, 8. Februar, wenn Sven Kemmler auftritt. Karten gibt es auch noch am Donnerstag abend, 15. Februar, beim Auftritt von Roman Weltzien (Comedy) und Olaf Bossi, genauso wie der Freitag, 16. Februar, mit Plätsogg und Mademoiselle Mirabelle.

Redaktion Feuerbach

Ansprechpartner
Torsten Ströbele und Georg Friedel
feuerbach@stz.zgs.de

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