Polizei mahnt zu erhöhter Achtsamkeit – Einbrecher nutzen traditionell Schutz der kurzen dunklen Tage für Verbrechen. Foto: dpa-Zentralbild

Der Herbst-Blues kann ganz schnell zur Herbst-Depression werden, wenn man seiner Habseligkeiten beraubt wird. Die Polizei meldet übers Wochenende 25 Einbrüche im Stadtgebiet Stuttgart.

Stuttgart - Einbrüche sind eine Straftat mit niedriger Aufklärungsquote. Und so besteht auch bei den 25 Fällen von Einbrüchen vergangenes Wochenende nur geringe Hoffnung auf restlose Aufklärung, wenn man die Polizeistatistik des Polizeipräsidiums Stuttgart vom vergangenen Jahr zugrunde legt: Gerade mal 6,1 Prozent der 882 Fälle von schwerem Diebstahl aus Wohnräumen konnte die Polizei ans Licht bringen. Zwar besteht gute Hoffnung, dass einige Fälle sich noch im Nachhinein aufklären. Trotzdem rät die Polizei zu Präventionsmaßnahmen.

Schmuck im Wert von mehreren Tausend Euro hier, Elektrogeräte in ähnlichem Wert dort – am Wochenende haben einige Stuttgarter Bürger von einer Menge Habseligkeiten Abschied nehmen müssen. Und viele Einbrecher gut Kasse gemacht. Betroffen sind dabei Privathaushalte genauso wie ­Ladengeschäfte und eine Discothek an der Tübinger Straße. Dabei zeigten die Einbrecher die Vielfalt ihres kriminellen Repertoires: durch ­offene Türen spazieren, Terrassentüren aufhebeln oder Scheiben mit Steinen einwerfen.

„Um nicht selbst Opfer eines Einbruchs zu werden, empfiehlt es sich, im Vorfeld Maßnahmen zu ergreifen“, sagt Thomas Ulmer von derPressestelle des Polizeipräsidiums Stuttgart. „Wichtig ist zuallererst zu wissen, wann die Täter agieren.“ Und das ist vor allem von Einbruch der Dunkelheit bis um 21 Uhr. Spätnachts bis vormittags finden verhältnismäßig wenige Einbrüche statt.

Sicherheitsstandards vieler Wohnungen zu alt

Thomas Ulmer pocht auf die Achtsamkeit der Bürger, wenn sie etwas Verdächtiges bemerken. Zum Beispiel Personen oder Fahrzeuge mit fremdem Kennzeichen, auch ausländischem. „Bitte gleich die 110 wählen, wenn etwas Verdacht erregt“, rät der Polizeisprecher. Nachbarn sollten bei seltsamem Lärm besser genau hinsehen.

Ein anderes Problem ist, dass die Sicherheitsstandards vieler Wohnungen 20 bis 30 Jahre alt sind. Einbrecher machen mit so ­alten Schlössern in der Regel kurzen ­Prozess, auch alte Fenster oder Balkontüren sind kein wirkliches Hindernis. Ein Informationsmobil der Polizei bietet Bürgern deshalb Beratung an. Ein Team aus Polizeiexperten liefert im Rahmen der Aktion an vier Terminen im Oktober Infos rund um ­die Sicherheit in den eigenen vier Wänden.

Diese sind am Dienstag im Bezirksrathaus Plieningen, am Donnerstag, 10. Oktober, im Sommerrain, am 23. Oktober im Polizeirevier Möhringen sowie am 30. Oktober auf dem Marktplatz Bad Cannstatt. Wer keinen der Termine wahrnehmen kann, hat die Möglichkeit, mit der Polizei individuelle Hausbesuche mit kostenloser Sicherheitsberatung zu vereinbaren.

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