Leuchtende Bahnsteigkanten sollen die Züge in Stuttgart pünktlicher machen. Foto: dpa

Zuletzt musste die Bahn für Unpünktlichkeit im Nahverkehr Millionenstrafen zahlen. Nun wird in Stuttgart eine Innovation getestet.

Stuttgart - Die Deutsche Bahn testet in Stuttgart, ob leuchtende Bahnsteigkanten die Züge pünktlicher machen können. An einem S-Bahn-Gleis des Bahnhofs Bad Cannstatt zeigen im Boden eingelassene Leuchtsymbole vor der Einfahrt des nächsten Zuges an, wo der Zug hält, und wo sich Türen befinden. Die Hoffnung der Bahn: Die Fahrgäste warten an der richtigen Stelle, das Einsteigen geht zügiger, und die S-Bahn kann den Fahrplan einhalten. Zuletzt musste die Bahn für Unpünktlichkeit im Nahverkehr Millionenstrafen zahlen.

Geplant ist, dass in den Wagen des jeweiligen Zuges zudem per Kamera erfasst wird, wo sich freie Sitzplätze befinden. Auch das soll den Fahrgästen mit den Lichtern im Bahnsteig signalisiert werden. „Dynamische Wegeleitung mit Leuchtstreifen“, heißt das bei der Bahn.

Stuttgarts S-Bahn hat ein chronisches Verspätungsproblem, ausgelöst vor allen durch die Stammstrecke im Tunnel unter der Innenstadt, auf der alle sechs Linien fahren. Mit 24 Zügen pro Stunde und Richtung und einer Zugfolge von 2,5 Minuten sei man dort „am Limit“, sagte ein Sprecher. Seit Ende 2013 werden am Hauptbahnhof in Stoßzeiten S-Bahn-Helfer eingesetzt, die dafür sorgen, dass sich die Abfahrten nicht verzögern.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: