Der sogenannte Zementmörder soll Deutschland zwangsweise verlassen. Noch läuft aber ein Verfahren gegen ihn. Foto: dpa

Der Mörder Yvan Schneiders soll nach Willen des Innenministeriums so schnell wie möglich abgeschoben werden. Das wird aber noch mehrere Wochen, vielleicht Monate dauern.

Stuttgart - Derzeit sitzt der 29-jährige verurteilte Mörder in der geschlossenen Psychiatrie in Ravensburg – und er wird dort auch bis auf Weiteres bleiben. Denn im Mordurteil von 2008 hatte das Landgericht Stuttgart die Unterbringung des Mannes in der Psychiatrie angeordnet. Nach zwei Jahren war Deniz E. aber als untherapierbar in den normalen Strafvollzug überstellt worden. Die damalige Unterbringungsanordnung ist allerdings nach wie vor gültig.

Jetzt ist die Außenstelle Pforzheim des Landgerichts Karlsruhe für die mögliche Unterbringung des 29-Jährigen in der Psychiatrie zuständig. „Es fehlt noch ein Gutachten“, sagt Gerichtssprecherin Carolin Kley. Bis zu einer Entscheidung werde es noch Wochen dauern. So lange komme Deniz E. nicht auf freien Fuß. Erst nach einem Urteil kann der 29-Jährige in die Türkei abgeschoben werden. Allerdings nur, falls die Staatsanwaltschaft Stuttgart keine Rechtsmittel gegen das Urteil vom Mittwoch einlegt. Das sei noch nicht entschieden, so Sprecher Heiner Römhild.

Innenministerium drängt

Nachdem der Haupttäter im sogenannten Zementmord-Fall von 2007, Deniz E., nach dem Verbüßen seiner Haft nicht in Sicherungsverwahrung genommen wird, soll er nach Angaben des Innenministeriums sobald wie möglich abgeschoben werden. „Dabei werden alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft“, sagt Sprecher Carsten Dehner. Der erst im Dezember 2017 gegründete Sonderstab gefährliche Ausländer im Innenministerium habe sich des Falles angenommen.

Das Landgericht Stuttgart hatte am Mittwoch den Antrag der Staatsanwaltschaft auf nachträgliche Sicherungsverwahrung des verurteilten Mörders Deniz E. abgelehnt. Die Kriterien für diese freiheitsentziehende Maßnahme seien trotz der höchstproblematischen Persönlichkeitsstruktur des 29-Jährigen nicht erfüllt, so das Gericht.

Deniz E., der 2007 den Schüler Yvan Schneider aus Eifersucht im Rems-Murr-Kreis ermordet, verstümmelt, einzemetiert und im Neckar versenkt hatte, leidet laut Gutachter an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung.

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